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21.07.2010
FC Basel - FC Zürich 3:2
(Si) Basel schüttelte den verblüffend starken FCZ erst in der 80. Minute ab: Alex Freis 3:2 war vor über 30 000 Zuschauern entscheidend.
Die WM, erst seit vorletztem Sonntag in Johannesburg Geschichte, war nicht nach dem Geschmack von Alex Frei verlaufen. Gleich bei erster Gelegenheit wischte er die eher unangenehmen Souvenirs an den südafrikanischen Winter beiseite: Mit seiner Doublette rückte der beste Stürmer mit Schweizer Pass wieder ins nationale Zentrum.
Zum Angebot der grossen Rivalen gehörte alles: Herrliche Tore, packende Zweikämpfe, einen Pfostenkopfball (von Frei), Emotionen, Fehler und Leidenschaft. In der ersten Hälfte fielen so viele Treffer wie seit acht Jahren nicht mehr. Zweimal führte der Zürich, zweimal reagierte der FCB ohne grosse Verzögerung erfolgreich.
Als die Gangart härter wurde und sich der Ton auf dem Feld verschärfte, blieb für die "Kleinkunst" der ersten Hälfte kein Raum mehr übrig. Nun lebte das Prestige-Duell mehrheitlich von der Spannung und vom zähen Ringen um die entscheidenden Zentimeter.
Zürich führte in jener umstrittenen Phase die feinere Klinge, verpasste aber ein drittes Tor, ehe Basels Topskorer Frei erneut zuschlug. Mit seinem Hocheckschuss aus spitzem Winkel -- erneut übrigens nach einem Assist von Stocker -- setzte der Captain der Nationalmannschaft den Schlusspunkt.
Für Rot-Blau endete der turbulente Abend wie gewünscht. Die Zürcher hingegen verliessen den St.-Jakob-Park mit einer weiteren betrüblichen Erfahrung. Seit 17 Partien haben sie gegen die Bebbi nicht mehr gewonnen. Egal, wie gut oder schlecht sie spielen: die Begegnung endet aus ihrer Sicht immer in etwa gleich frustrierend.
Dem negativen Resultat zum Trotz dürfen die Zürcher für sich in Anspruch nehmen, im ersten Spiel nach einer katastrophalen letzten Saison klare Tendenzen zu einem besseren Verlauf des Championats demonstriert zu haben. Vor der Sommerpause trennten die beiden Teams 35 Punkte, nun näherten sich die Zürcher im ersten Vergleich bis auf wenige Details an.
Kein Rasenschach
Auf taktische Zurückhaltung setzten sie beidseits wenig bis gar nicht. Der Titelhalter strebte zwar konsequent die Spielkontrolle an, geriet aber ohne Ball ebenso oft in erhebliche Schwierigkeiten. Der Klassiker verlief deshalb vollumfänglich nach dem Gusto der Spektakel-Liebhaber -- und vermutlich weniger im Sinne der Coaches.
Spektakel statt Rasenschach zelebrierten die Schwergewichte der Liga. Gleich die erste gelungene Szene genügte Zürich zum Vorteil. Ricardo Rodriguez' Cornerball lenkte Jorge Teixeira volley an FCB-Keeper Sommer vorbei. Alex Frei korrigierte den Fehlstart beim nächsten guten FCB-Angriff (18.).
Nach dem Ausgleich kam der Favorit spürbar besser in Fahrt. Stocker, in jeglicher Hinsicht auffällig, und Basels neuer Regisseur Yapi stellten den FCZ mit ihren Finten und Ideen fortlaufend vor neue Probleme.
Trotzdem beanspruchte Zürich das dritte Highlight der Partie: Stürmer Eric Hassli ebnete dem Mittelfeldspieler Dusan Djuric mit einem Traumpass den Weg zum 2:1. Basel fand den Weg zurück. Und später reichte die Energie gar noch zu mehr: Dank Frei bejubelte der FCB die Wende.
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