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BSC Young Boys

FC Basel

BSC Young Boys - FC Basel 3:1 (1:0)

Datum: 03.12.2016, 20:00 Uhr - Wettbewerb: Super League 2016/17 - 17. Runde

Stadion: Stade de Suisse Wankdorf (Bern) - Zuschauer: 20'216

Schiedsrichter: Harald Lechner Österreich

Tore: 6. Hoarau (Lecjaks) 1:0. 51. Hoarau (Gerndt) 2:0. 65. Delgado (Handspenalty) 2:1. 79. Mbabu (Lecjaks) 3:1.

Rote Karte: 45. Nuhu (Tätlichkeit).

BSC Young Boys: Mvogo; Sutter, Von Bergen, Benito, Lecjaks; Aebischer, Nuhu; Schick (77. Mbabu), Bertone, Sulejmani (46. Gerndt); Hoarau (91. Frey).

FC Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Balanta, Riveros; Xhaka, Zuffi (59. Sporar); Bjarnason (63. Elyounoussi), Delgado, Steffen (77. Callà) ; Doumbia.

Bemerkungen: Young Boys ohne Sanogo (gesperrt), Ravet, Zakaria, Kubo, Joss, Wüthrich, Rochat (alle verletzt), Basel ohne Janko (gesperrt), Bua (verletzt), Kutesa, Traoré, Fransson, Boëtius, Akanji (alle nicht im Aufgebot).

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Leuchtturm Hoarau und die Basler Debatte

Die Young Boys stoppen den FC Basel. Das 3:1 der Berner ist mit dem ersten Liga-Fehltritt des Meisters seit über sechs Monaten gleichbedeutend. Guillaume Hoarau überragte im Stade de Suisse alle.

Klar, die Differenz von zwölf Punkten ist unter normalen Umständen im Frühling kaum mehr wettzumachen, aber ein Zeichen haben die Young Boys zumindest gesetzt. Sie inzwischen seit elf Runden ungeschlagene Mannschaft ist wieder ein Faktor, die zeitweilige Selbstdemontage auf Funktionärsebene könnte tatsächlich überwunden sein, YB scheint unter neuer sportlicher Führung wieder Halt und Tritt zu finden.

Wie die erste Niederlage Basels seit dem 25. Mai und der 0:1-Heimniederlage gegen GC aus Sicht des Serienmeisters zu werten ist, bleibt abzuwarten. Seit der Sommerpause hat sich Urs Fischer nur für negative Ergebnisse auf europäischer Bühne rechtfertigen müssen. Im Championat war der Unterhaltungsfaktor dann und wann das Thema, die mediale Stilkritik widerlegte der Zürcher Taktgeber mit weitgehend indiskutablen Resultaten. Sollte er am Dienstag in der Champions League gegen Arsenal verlieren und die Knock-out-Phase der Europa League verpassen, dürfte abermals eine Trainer-Debatte aufflammen, und die Klubleitung wird wohl genau abwägen, wie der Prozess der letzten Monate für die Entwicklung der mittelfristigen Zukunft zu deuten ist.

"Goldstück" Hoarau

Er ist in Bern nicht nur seiner imponierenden Körperlänge (192 cm) wegen der klassische Leuchtturm: Guillaume Hoarau, 32-jährig inzwischen, ein Stürmer mit langer Vergangenheit in Paris beim Saint-Germain - kurzum: einer, der in einem Team, das seit Jahren die wichtigen Spiele nahezu ausnahmslos verliert, für das gewisse Extra sorgen könnte.

Sein wochenlanges Out wertet YB-Trainer Adi Hütter als wichtigen Grund für die frühe Zäsur im nationalen Geschäft zu Gunsten der Bebbi. "Hoarau ist für YB ein Goldstück. Wenn er da ist, sind die anderen 20 Prozent besser", sagte Hütter vor dem Rencontre mit dem FCB in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger".

Wie viel er Wert ist, demonstrierte der Franzose tags darauf auf dem Terrain einmal mehr eindrücklich: Mit seinem 1:0 (6.) lenkte er das Geschehen früh in die gewünschte Richtung, in Unterzahl markierte Hoarau das zwölfte Saisontor. Die vierte Doublette innerhalb von fünf Super-League-Partien ist ein eindrückliches Dokument für die Sonderklasse des YB-Topskorers.

Mehr als das Foulpenalty-Tor von Captain Matias Delgado (65.) resultierte für den mehrheitlich blassen, teilweise hastigen und überraschend unpräzisen Titelhalter nicht. Dass er sich von einem verletzungsbedingt dezimierten Herausforderer, der wegen der dümmlichen Tätlichkeit von Kasim Nuhu überdies während der gesamten zweiten Hälfte mit einem Mann weniger auskommen musste, derart aus dem Konzept bringen liess, darf durchaus als überraschend taxiert werden. Verlierer Fischer ortete das Hauptproblem in der latenten Ungeduld seiner Equipe.

Die gute Heimbilanz

Ganz ohne Vorwarnung kommt der Coup der seit 1986 titellosen Berner indes nicht. Vor eigenem Publikum und auf mehrheitlich künstlicher Unterlage haben sie während der bald achtjährigen Dominanz Basels von 15 Partien nur vier verloren.

Quelle: sda