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KS Gornik Zabrze

FC Basel

KS Gornik Zabrze - FC Basel 1:2 (1:2)

Datum: 01.07.1995, 17:00 Uhr - Wettbewerb: UIC 1995/96

Stadion: Stadion im. Ernesta Pohla (Zabrze) - Zuschauer: 1'714

Schiedsrichter: Ladislav Gadosi Slowakei

Tore: 27. Zuffi 0:1. 39. Brzoza 1:1. 41. Zuffi 1:2.

Gelbe Karte: 24. Douimi (Foul). 84. Walker (Foul, gegen Karlsruhe gesperrt).

KS Gornik Zabrze: Klak; Hajto, Agafon, Krzetowski, Dziuk; Gruszka (46. Tarachulski), Kosela (65. Kraczkiewicz), Brzoza, Kubik; Szemonski (65. Nosal), Kampka.

FC Basel: Huber; Smajic; Tabakovic, Walker; Ceccaroni, Moser, Meier, Douimi (60. Sutter); Hakan Yakin (72. Schreiber), Rey, Zuffi.

Bemerkungen: Gornik komplett. Basel ohne Cantaluppi (fällt nach Leistenoperation bis Ende September aus), Gigon (krank), Olsen (Oberschenkelverhärtung), Müller, Orlando, Niarko und Sie-Donald (alle nicht spielberechtigt). - 47. Huber hält Foulpenalty von Brzoza (Foul von Douimi an Kampka).

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Matchwinner Zuffi und Huber

Der FC Basel gewann seine UIC-Partie mit 2:1 (2:1) bei Gornik Zabrze (Pol). Massgeblichen Anteil hatten dabei der zweifache Torschütze Dario Zuffi und Goalie Stefan Huber, der einen Penalty parierte.

Zabrze. Der FC Basel ist im UI-Cup auch nach der 2. Runde verlustpunktfrei. Dem 1:0-Erfolg gegen Sheffield Wednesday folgte am Samstag ein ebenso verdienter 2:1 (2:1)-Sieg bei Gornik Zabrze (Pol). Dario Zuffi erzielte beide Treffer der Basler (27./41.). Piotr Brzoza gelang der zwischenzeitliche Ausgleich (39.), er scheiterte aber unmittelbar nach dem Seitenwechsel mit einem Foulpenalty am fehlerfreien FCB-Goalie Stefan Huber.

Mit einem guten Resultat wollte FCB-Trainer Didi Andrey aus Zabrze zurückkehren, um damit die UIC-Partie gegen den Karlsruher SC vom kommenden Samstag so richtig zu lancieren. Das ist gelungen. Und die Freude Andreys hinterher über diesen Erfolg war verständlich, zumal er mit einem Team zustande kam, in dem fünf «Jungen» mitwirkten. Andrey konnte es wohl selbst kaum glauben, dass Hakan Yakin, Dominic Moser, Yassine Douimi, Bruno Sutter und Roger Schreiber Anteil an der bisher maximalen UIC-Ausbeute von sechs Punkten hatten.

Das ist erfreulich, doch darf nicht vergessen werden, dass die beiden bisherigen Gegner nur selten wirkliche Klasse offenbarten. Gornik Zabrze, einer der grossen Clubs in den grossen polnischen Fussballjahren der 70er und 80er Jahre, hat viel von seinem Glanz eingebüsst. Spieler wie Wlodzimierz Lubanski, Hubert Kostka, Jerzy Gorgon, Waldemar Matysik, Jan Urban - um nur die bekanntesten aus den beeindruckenden Gornik-Annalen zu nennen - sucht man im heutigen Team vergebens. Allein der freundliche Empfang der Schweizer Gäste wies noch internationales Niveau auf und wurde auch von Andrey speziell gewürdigt.

Spielerisch wurde den 1714 Zuschauern im bestens präparierten Gornik-Stadion nicht viel geboten. Von den Baslern dabei eindeutig mehr, weshalb der Sieg absolut in Ordnung geht. Dies bestätigte auch Gornik-Trainer Adam Michalski: «Der FC Basel war vor allem in der 2. Halbzeit besser.» Dass Andrey seinerseits erklärte, seine Spieler hätten vor der Pause gut gespielt, seien in dieser 2. Halbzeit allerdings körperlich ziemlich am Ende gewesen - das beschreibt die Partie nach dem Wechsel recht gut.

Die FCB-Spieler waren gewillt, im UIC weiterhin im Gespräch zu bleiben, das war ihnen anzumerken. Klar war aber auch, dass die drückende Schwüle erheblich zu schaffen machte - beiden Mannschaften wohlgemerkt.

Beim FCB fehlte im Mittelfeld die ordnende Hand, da Admir Smajic den verletzten Lars Olsen auf dem Liberoposten vertrat (siehe dazu Seite 40). So konnten die vielen gewonnenen Zweikämpfe im fleissigen, laufstarken Mittelfeld zu selten nutzbringend umgesetzt werden. Den drei Angreifern - Dario Zuffi, Alexandre Rey, Hakan Yakin - fehlte die Unterstützung.

Kein Zufall deshalb, dass beide FCB-Tore nach dem gleichen Muster zustande kamen: Zuffi holte sich den Ball in der eigenen Hälfte und kam zunächst nach Doppelpass mit Yakin zum 1:0, anschliessend nach einer schönen Kombination über Moser und Rey auch zum 2:1. Zuffi also, als zweimaliger Vorbereiter und Vollstrecker, war der eine Matchwinner. Der andere war Goalie Huber, der unmittelbar nach dem Wechsel einen Foulpenalty von Brzoza parierte und damit den drohenden Ausgleich verhinderte.

Für die Polen bedeutete diese vergebene Chance das Ende aller Zuversicht, sie waren nicht mehr in der Lage, auf den Ausgleich zu drängen. Dabei war die FCB-Abwehr vor allem über die linke Seite durchaus verwundbar, da Douimi seiner Nervosität nicht ganz Herr wurde und einige Stellungsfehler nur durch Foulspiel wettmachen konnte - so auch beim Foulpenalty, als er Kampka im Strafraum umriss.

Aber die Polen waren taktisch zu wenig vif, um diese FCB-Schwäche über links auszunutzen. Die Basler vergaben noch einige Kontermöglichkeiten, und waren nach 90 Minuten viel zu fertig, als dass der grosse Jubel über diese drei Punkte ausbrechen konnte.

Zwei Auftritte in UI-Cup, sechs Punkte - besser geht's nicht. Damit hat der FCB seinen Teil getan, damit es am Samstag zu einer animierten Partie gegen den KSC kommt. Christian Andiel

Quelle: Basler Zeitung vom 03.07.1995