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Aargauer Zeitung vom 20.07.2010
«Platz eins ist für uns reserviert»
Beim Meister FC Basel herrscht keine falsche Bescheidenheit
Mit der Rückkehr auf den Meisterthron hat der FCB zum alten Selbstbewusstsein zurückgefunden. Vor dem heutigen Saisonauftakt gegen den FC Zürich haben die Basler aber gebührenden Respekt.
Fabian Kern
Vor einem Jahr wurden am Rheinknie die Erwartungen tief gehalten. Nach dem Ende der Ära Gross wusste man nicht so recht, wie lange Thorsten Fink brauchen würde, um der Mannschaft seine Handschrift zu verpassen. Heute weiss man: Besser hätte es nicht laufen können. Die Mannschaft spielt nicht nur erfolgreichen Fussball, sondern auch noch sehr attraktiven. Und weil der Meister durch die Transferaktivitäten sicher nicht schlechter geworden ist, kann das Ziel nur Titelverteidigung heissen.
In den Worten des Cheftrainers klingt das vor dem ersten Saisonspiel dann etwa so: «Zürich ist sicher einer der Favoriten, wenn auch nicht auf den Titel. Platz eins ist für uns reserviert.» Was arrogant klingt, ist pragmatisch gemeint. Wer in der letzten Saison das Double gewonnen hat, obwohl man erhebliche Anlaufschwierigkeiten bekundete, ist in der neuen Saison mit praktisch unveränderter Stammformation eben automatisch der Kronfavorit.
«In Basel herrscht eine Siegermentalität», stellte auch Gilles Yapi nach seinem Wechsel zufrieden fest. Deshalb hat es den umworbenen Mittelfeldspieler statt nach Frankreich oder Deutschland in die Nordwestschweiz gezogen. Heute Abend wird der Ivorer im zentralen Mittelfeld neben Benjamin Huggel seinen Einstand in Rot-Blau geben. «Es ist ein Riesenvorteil für uns, dass wir ausser Yapi fast keine Wechsel gehabt haben», meint Fink. Dennoch wird heute gegen den FCZ noch nicht seine Wunschformation auflaufen können.
Jene Änderung, die im Vorfeld der Saison am meisten zu diskutieren gab, ist eigentlich gar keine. Im Tor wird gegen Zürich der von GC zurückgekehrte Yann Sommer stehen – allerdings nur, weil Stammkeeper Franco Costanzo eine Gelbsperre aus der vergangenen Saison absitzen muss. Danach wird der Argentinier aber die Nummer eins sein, egal, wie stark Sommer auch halte. «Ich lasse Alex Frei auch nicht draussen, weil sein Ersatz gut gespielt hat», erklärt Fink, den die Torhüterdiskussion allmählich nervt. Costanzo wird zudem auch Captain bleiben. Es gebe keinen Grund, etwas zu ändern, was in der letzten Saison so gut geklappt habe, sagt Fink.
Ansonsten hat der Deutsche die Qual der Wahl in Sachen Aufstellung. Abgesehen von Marco Streller, den eine alte Narbe derzeit nicht voll trainieren lässt, sind alle fit. Alex Frei wird mit Chipperfield, Almerares oder Zoua das Sturmduo bilden. Und allenfalls wird rechts Reto Zanni anstelle von Samuel Inkoom verteidigen. Der Ghanaer ist noch nicht lange wieder zurück.
Eitel Sonnenschein also beim Meister. Dennoch ist in Basel der Respekt vor dem alten Rivalen von der Limmat gross, nicht nur bei Fink. «Der FC Zürich wird ein harter Konkurrent werden», sagt Streller. Mit der Rückkehr des verletzten Eric Hassli sei wieder mit dem Meister von 2009 zu rechnen. Das Duell Basel gegen Zürich wird auf jeden Fall wieder heiss umkämpft sein, denn FCZ-Trainer Urs Fischer liess verlauten: «Wenn wir nicht überzeugt wären, in Basel punkten zu können, dann müssten wir gar nicht in den Bus steigen.» Ein Zürcher Sieg würde gar einer langen Serie ein Ende setzen. Seit mittlerweile 16 Spielen hat der FCB nicht mehr gegen den Erzrivalen verloren.
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