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Tages-Anzeiger vom 21.07.2010
Der FCZ scheiterte an Alex Frei
Die Zürcher verloren trotz zweimaliger Führung und guter Leistung beim Meister in Basel 2:3.
Von Peter M. Birrer, Basel
Fredy Bickel stand ganz vorne, der Sportchef des FCZ schüttelte den Kopf. Trainer Urs Fischer wähnte sich im falschen Film. Die Zürcher hatten sich gewehrt und Eindruck gemacht, sie hielten das 2:2, es wäre für sie ein guter Start gewesen. Dann kam sie, die 80. Minute, als Alex Frei auftauchte, der 31-Jährige, der einen so enttäuschenden WM-Juni in Südafrika hinter sich hat. Was er machte, als er den Ball vor sich hatte, war Klasse: 3:2, Siegtor, Verneigung, Lob von Trainer Thorsten Fink: «Das ist Qualität.»
Aus Zürcher Optik hiess das: Trotz beachtlichem Auftritt gleich Niederlage. Und: Zum 17. Mal in Folge gegen den FCB ohne Sieg. Fischer rang um Worte, dann begann er mit einem Lob: «Wir haben fantastische 90 Minuten abgeliefert, wurden dafür aber schlecht belohnt.»
Es war ein wunderbarer Sommerabend, der den Rahmen für den Klassiker lieferte, an dem zwei Teams Lust zeigten, ihre Saison mit Unterhaltung zu eröffnen. Da der FCB, getragen von ausgeprägtem Selbstbewusstsein; dort der FCZ, dessen Trainer Urs Fischer gerne breite Brust demonstriert und am Vortag sagte: «Der Fünfer und das Weggli, das wäre optimal.» Übersetzt: «Überzeugend auftreten. Und gewinnen.»
Die Basler fanden ihre Rolle schnell, vergassen bei aller Offensivqualität aber, sorgfältig zu verteidigen. Nach 13 Minuten führten die Zürcher, ihr neuer portugiesischer Innenverteidiger Teixeira liess sich von Huggel nicht hindern, einen Corner von Rodriguez abzuschliessen. Der FCB brauchte nur fünf Minuten für die Reaktion, und er antwortete ein erstes Mal mit Frei. Stockers gewonnenes Kopfballduell gegen Djuric wurde zur Vorlage für Frei, der aus 15 Metern traf.
Hasslis Pass, Djurics Treffer
Die Basler bemühten sich danach um Kontrolle, allen voran Yapi. Der Neue von YB lief pausenlos und regelte das Tempo. Der FCZ verteidigte primär. Als aber die Arbeit immer mehr wurde, als der Widerstand langsam zu brechen drohte, glückte nach 36 Minuten ein Konter, der in Ausführung und Abschluss beispielhaft war. Hassli schlug den perfekten Pass, Inkoom verpasste, Djuric übernahm und traf prächtig.
Der hocheffiziente FCZ führte jetzt, aber der FCB erhöhte nun den Aufwand, war die dominante Mannschaft, die auf das 2:2 drängte – und brauchte diesmal neun Minuten, um den Ausgleich zu finden. Safari flankte, und Zoua dürfte selber erstaunt gewesen sein, dass sich weder Zouaghi noch Teixeira um ihn kümmerten. Sein Kopfballtor rundete ein höchst unterhaltsame Hälbzeit ab.
Der FCZ blieb lange etwas zu unentschlossen und wurde erst spät mutiger, als sich beim FCB die Unkonzentriertheiten häuften und als Freis Kopfball nur am Pfosten gelandet war. Die beste Gelegenheit liess der Tunesier Chikhaoui nach 77 Minuten aus, es folgten weitere vielversprechende Aktionen. Aber dann kam die 80. Minute, der Auftritt von Alex Frei – und die Niederlage für den FCZ.
Fischer behielt den Humor
Was den Zürchern blieb, war die Anerkennung für eine positive Leistung mit einem Goalie Guatelli, den keine Schuld an Gegentoren traf. Mit einer von Zouaghi und Teixeira neu formierten Innenverteidigung, die meist solid blieb, beim 2:2 allerdings nicht gut aussah. Am Ende kam dann doch noch einmal die Ordnung abhanden. Der FCZ verlor den gewonnen geglaubten Punkt, aber Fischer nicht den Humor: «Schön, dass wir in dieser Saison noch drei Mal die Chance gegen den FCB bekommen…»
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