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Blick vom 22.07.2010

Frei sitzt im Teufelskreis

Kommentar

Heiko Ostendorp Reporter

heiko.ostendorp@ringier.ch

Wer kennt sie nicht, diese «Jahrhundert-Talente»? Die 13-, 14-, 15-Jährigen, denen alles in die Wiege gelegt wird. Denen Eltern und Trainer eine Weltkarriere voraussagen. Und die es dann doch nie richtig schaffen.

Den meisten fehlt der Ehrgeiz, der unbändige Wille, das Sieger-Gen für mehr. Alex Frei hat diese Eigenschaften. Natürlich hat er auch Talent, aber nicht so wie andere, die weniger erreicht haben als er.

Frei ist Nati-Captain, Rekordtorschütze. Mit dem FCB holte er in seiner ersten Saison das Double. Geliebt wird er nicht. Unsympathisch, arrogant, verbissen – so lauten Klischees.

Kann Frei es den Leuten überhaupt recht machen? Versucht er sich mal von einer lockeren Seite zu zeigen, wird er verhöhnt. Wie als er sich als Rapper in einem Werbespot selbst auf die Schippe nehmen wollte. Äussert er sich ein paar Tage nicht (wie bei der WM), heisst es, er sei ein «Verpisser». Dabei steht Frei immer hin, auch wenn es mal nicht läuft.

Frei sitzt im Teufelskreis. Verbiegt er sich, um den Fans zu gefallen, gibt er einen Teil seiner Qualität ab. Frei ist auch so gut, WEIL er unbequem ist. Weil er seine Meinung sagt, auch wenn sie nicht jedem passt. Weil er auf dem Platz alles für den Sieg gibt.

So wird er es zwar nicht mehr in die Herzen der (meisten) Fans schaffen. Aber er wird weiter Erfolg haben. Daran wird ein Sportler gemessen.

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