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Sonntag vom 25.07.2010
Nur Blatter kann Sion helfen
Eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung und ein Tor in der Nachspielzeit führten zum 2:1-Sieg Basels
von andreas fretz
Die unheilvolle Serie von Sion-Trainer Bernard Challandes fand im Tourbillon ihre Fortsetzung. Ein Last-Minute-Tor von Verteidiger David Abraham und ein Costanzo-Flop ohne Folgen führten zum Sieg Basels über den FC Sion.
Ausgerechnet in der Heimat des allmächtigen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter erhielt die Diskussion um technische Hilfsmittel für die Schiedsrichter neue Nahrung. 50 Minuten waren im Stade de Tourbillon gespielt. Es stand 1:1 zwischen dem FC Sion und dem FC Basel. Sions Goran Obradovic wagte einen Distanzschuss. Der Ball rutschte Torhüter Franco Costanzo durch die Hände. Auf allen Vieren krabbelte er der Kugel hinterher und bekam sie wieder zu fassen. Kein Tor, entschied Schiedsrichter Laperrière. Tor, meinten die meisten der 13200 Zuschauer. Die Fernsehbilder lassen den Schluss zu, dass der Ball hinter der Linie war. Der Schiedsrichter-Assistent war an der entfernteren Seitenlinie postiert und hatte kaum Sicht auf das Geschehen.
So blieb der Costanzo-Flop ohne Folgen für die Basler. Ein Torraum-Schiedsrichter hätte womöglich anders entschieden. Und ein Chip im Ball hätte Gewissheit verliehen. Nur Sepp Blatter hätte an diesem Samstag Bernard Challandes und die Walliser Volksseele vor der Fortsetzung einer unheilvollen Serie bewahren können. Challandes wurde in seiner Zeit beim FC Zürich zwar Schweizer Meister, doch den FC Basel konnte er in nunmehr 13 Meisterschaftspartien nie bezwingen. Nicht ganz so negativ ist die Bilanz Sions. Seit acht Spielen gab es keinen Sieg mehr gegen den Titelhalter. Die gestrige 1:2-Niederlage mit eingerechnet.
Dasselbe Resultat hatte es bereits im ersten Pflichtspiel Alex Freis nach seiner Rückkehr zum FC Basel gegeben. Damals feierten die Gäste ebenfalls einen 2:1-Auswärtssieg. Auch damals fiel der entscheidende Treffer in der letzten Minute. Doch Challandes mochte mit dem Schicksal nicht hadern. «So ist eben der Fussball», sagte er, und meinte damit das nicht gegebene Tor seiner Equipe. Nicht ganz so gelassen sah es Sions Anthony Sauthier. «Das vermeintliche Tor ging uns nicht mehr aus dem Kopf», sagte er.
Die Zuschauer bekamen zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten zu sehen. Im ersten Durchgang hatten die Gastgeber mehr vom Spiel. Im zweiten Durchgang nahm das Team von Thorsten Fink, der sich zunächst den Luxus leistete, auf die WM-Teilnehmer Huggel und Inkoom zu verzichten, das Heft in die Hand. Etwas überraschend gingen allerdings die Basler in der 14. Minute durch den bereits dritten Saisontreffer Alex Freis in Führung. Sion spielte trotz dem Rückschlag mutig und schnell nach vorne. Zunächst konnte Costanzo mit einem Reflex gegen Nicolas Marin retten. Doch wenig später half dem Rückkehrer im Tor nur ein Foul, als er Obradovic von den Beinen holte. Michael Dingsdag verwertete den Foulpenalty in der 19. Minute souverän. Mit einem 1:1 ging es in die Pause.
Danach kam die ominöse 50. Minute, die den Wallisern nicht mehr aus dem Kopf ging. Es war in der Folge der FC Basel, der das Spiel dominierte. «Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir den Sieg verdient», sagte Trainer Fink, und erntete von Challandes keinen Widerspruch. Doch der FC Basel musste sich bis in die 93. Minute gedulden, ehe Abraham einen Eckball Freis mit dem Kopf über die Linie drückte. Fink betonte, dass es wichtig war, «dass wir in der zweiten Halbzeit zurück ins Spiel fanden». Und der Trainer freute sich über den gelungenen Standard zum Abschluss der Partie.
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