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Sonntag vom 25.07.2010
Nicht glücklich, sondern logisch
Der FC Basel gewinnt auch die zweite Meisterschaftspartie beim FC Sion mit 2:1
Von Georges Küng, Sion
Dank einem Kopfballtor von David Abraham in der 94. Minute entführt der Schweizer Meister drei Punkte aus dem Wallis. Sion haderte mit dem Schicksal und Schiedsrichter Laperrière.
Bereits in der Vorrunde der letzten Saison, am 26. Juli 2009, hatte der FCB im Tourbillon dank einem Tor von Alex Frei in der Nachspielzeit mit 2:1 gewonnen. Natürlich ist es vom Zeitpunkt her immer glücklich, wenn eine Equipe kurz vor dem Abpfiff noch das Siegestor schiesst. Doch der zweite Basler Treffer, den Innenverteidiger David Angel Abraham im Anschluss an den elften Gäste-Eckball (Sion kam in 96 Minuten zu einem einzigen Corner) per Kopf erzielte, entbehrte nicht einer gewissen Logik.
Nachdem die Platzherren in der50. Minute das vermeintliche 2:1 geschossen hatten (Basel-Keeper Franco Costanzo liess einen Schuss von Goran Obradovic nach hinten fallen, der Ball kugelte an den Innenpfosten und von dort mit dem ganzen Umfang, wie die TV-Bilder bezeugten, über die Torlinie), waren es nur noch die Gäste, die Fussball spielten. Basel übernahm das Spieldiktat, ging konsequent-aggressiv in die Duelle, hatte klare Vorteile in den Luftkämpfen und liess den FC Sion nicht zum Atmen kommen.
Und weil Basel-Trainer Thorsten Fink in der glücklichen Lage ist (siehe Interview nebenan), dass die eingewechselten Akteure sich nicht nur nahtlos ins rot-blaue Ensemble einfügen, sondern für neuen Elan und viel Schwung sorgen, nahm der Druck des Doublesiegers in der letzten Viertelstunde derart zu, dass man sich zeitweise an einem Eishockey-Spiel wähnte.
Basel konnte es sich erlauben, mit Benjamin Huggel und Samuel Inkoom zwei WM-Teilnehmer auf die Ersatzbank zu setzen. Marco Streller ist verletzt, Scott Chipperfield derzeit «ohne Aufgebot». Alleine diese Tatsache zeigt, dass Rot-Blau heuer wohl in einer eigenen Liga spielen wird, denn Fink lässt keinen Zweifel offen, dass «wir uns steigern müssen – und auch werden».
Dennoch werden in Sitten die wenigsten Mannschaften gewinnen. Die Walliser verfügen über technisch versierte Akteure, doch warum Challandes einen Aleksandar Prijovic die gesamte Matchdauer gewähren liess, wird das Rätsel des Ex-FCZ-Trainers bleiben. Der angeblich talentierte U21-Internationale, der optisch und in seinen Bewegungen an Eren Derdiyok erinnert (von der Klasse des Ex-FCB-Stürmers ist er aber meilenweit entfernt), sah «keinen Sack» (Ball), wie ein Basler Anhänger konstatierte. Und Goran Obradovic bewegte sich ab der 55. Minute im Tempo eines Seniors und zeigte die Intensität eines Veteranen – das Basler Siegestor geht auf die Kappe des serbischen Routiniers, der zuschaute, wie Abraham hochstieg und den Ball aus sechs Metern unters Netzdach wuchtete.
Nach nur zwei Runden ist der FC Basel die einzige Mannschaft mit dem Punktemaximum, obwohl der Doublesieger noch längst nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Im Vergleich zur letzten Spielzeit hat Rot-Blau schon zu Saisonbeginn starke Zeichen gesetzt und die vermeintlichen Herausforderer FC Zürich undFC Sion mit Autorität in die Schranken gewiesen.
Ausserdem...
14. Minute: Eine weite Flanke von Stocker köpfelt Alex Frei, der vom Publikum andauernd ausgebuht wird, zur Basler 1:0-Führung ein.
16. Minute: FCB-Hüter rettet gegen den allein auf ihn zulaufenden Nicolas Marin. Costanzo bringt Goran Obradovic zu Fall. Der Holländer Michael Dingsdag verwertet den Elfmeter souverän zum Ausgleich
57. Minute: Alex Frei wird wegen ständigen Reklamierens verwarnt.
65. Minute: Sion-Keeper Andris Vanins pariert mirakulös einen Kopfball von Jacques Zoua aus fünf Metern. (GK)
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