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Tagesanzeiger vom 26.07.2010
FCB auf Kurs, YB mit Mühe
Der Meister ist als einziges Team der Liga nach zwei Runden verlustpunktfrei.
Von Peter M. Birrer und Peter Herzog
Morgen Dienstag nähert sich der FC Basel seiner ersten Aufgabe auf dem Weg, der ihn in die Champions League führen soll. Die Delegation des Schweizer Meisters reist nach Budapest, trifft dort anderntags auf den ungarischen Doublegewinner Debrecen und hat einiges dafür getan, um das Hinspiel mit ordentlichem Selbstvertrauen anzugehen. Dem 3:2 gegen den FCZ zum Saisonauftakt liess der FCB in Sitten ein 2:1 folgen und ist damit nach erst zwei Runden bereits die einzige noch verlustpunktfreie Mannschaft der Super League.
Der Siegtreffer im Wallis fiel zwar spät, erst in der 93. Minute glückte Verteidiger Abraham sein erster Meisterschaftstreffer im 56. Spiel für die Basler. Aber Diskussionen darüber, ob dieser Ausgang nun verdient war oder nicht, gab es gleichwohl keine. «Wir suchten den Erfolg in der zweiten Hälfte», sagte Trainer Thorsten Fink, der es sich leisten konnte, aus Gründen der Schonung auf Benjamin Huggel zu verzichten und auch Rechtsverteidiger Samuel Inkoom über eine Stunde durch Reto Zanni vertreten zu lassen. Wie schon gegen den FCZ war auch gegen die Sittener Verlass auf Alex Frei. Der Stürmer traf erneut, kommt damit schon auf drei Tore – und Abrahams 2:1 bereitete er mit einem Corner vor.
Ein prägender Moment der Partie hatte sich weit vorher, nach 49 Minuten, zugetragen. Goalie Franco Costanzo, der nach seiner Sperre wieder Yann Sommer verdrängte, vermochte einen Schuss von Goran Obradovic nicht festzuhalten. Der Ball rollte Richtung Tor und möglicherweise auch vollumfänglich hinter die Torlinie, die TV-Bilder deuten jedenfalls darauf hin. Und eigentlich handelte es sich vermeintlich um einen idealen Steilpass für Bernard Challandes, den impulsiven Trainer des FC Sion mit Vergangenheit beim FCZ. Allerdings war der Jurassier zu sehr mit der schwachen Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte beschäftigt, als dass er Lust gehabt hätte, das Schiedsrichtertrio zu rügen. Er übte reine Selbstkritik: «Ein Punkt wäre ein zu grosser Lohn gewesen für das, was wir abgeliefert haben. Wir haben nicht genügend getan, um uns diesen Treffer zu verdienen.»
Young Boys: Fragezeichen
Alles andere als glänzend sind die Young Boys gestartet. Nach dem 1:1 in Thun brachten sie auch gegen Luzern nur ein Remis zustande, Dudar vermochte mit seinem Ausgleich zumindest den 0:1-Rückstand durch Ianu zu korrigieren. Zum Vorschein kamen bei YB vor allem Probleme auf der linken Abwehrseite, die vom tunesischen Nationalspieler Ammar Jemal besetzt wird.
Probleme bekundete YB auch im Mittelfeld. Thierry Doubai gelang wenig, Neuzugang Christoph Spycher gab einen unauffälligen Einstand. Moreno Costanzo, die neue Nummer 10, braucht noch Zeit, fehlt ihm im offensiven Mittelfeld die Bindung in seiner neuen Umgebung. In offensiver Hinsicht war Henri Bienvenu der Auffälligste. Der Kameruner zeigte Zweikampfstärke, Kreativität und auch Selbstbewusstsein. Marco Schneuwly dagegen kämpft nach seiner Verletzungspause noch mit sich selbst.
Am Mittwoch nun wartet YB auf Fenerbahce Istanbul in der Qualifikation zur Champions League. Nach den ersten zwei Runden sind Fragezeichen angebracht, ob das Team in der Lage ist, gegen die Türken zu bestehen. Spycher brachte es auf den Punkt: «Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir müssen uns gegen Fenerbahce steigern.»
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