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FC Lausanne-Sport

FC Basel

FC Lausanne-Sport - FC Basel 1:0 (1:0)

Datum: 26.11.1995, 14:30 Uhr - Wettbewerb: NLA Qualifikationsrunde 1995/96 - 20. Runde

Stadion: Pontaise (Lausanne) - Zuschauer: 6'250

Schiedsrichter: Werner Müller Schweiz

Tore: 30. Dembinski 1:0.

Gelbe Karte: 57. Walker. 71. Käslin. 79. Hänzi (alle wegen Foulspiel).

Rote Karte: 61. Nyarko (hartes Foul von hinten).

FC Lausanne-Sport: Brunner; Oggier, Biaggi, Pister, Hänzi (86. Iglesias); Piffaretti, Comisetti (80. Celestini), Rehn, Käslin; Dembinski, Fryand (70. Thurre).

FC Basel: Huber; Ceccaroni, Olsen, Tabakovic, Walker; Cantaluppi (66. Orlando), Nyarko, Smajic, Sutter (71. Moser); Rey (88. Disseris), Zuffi.

Bemerkungen: Lausanne ohne Diogo, Romano (verletzt), Küffer gesperrt, FCB ohne Meier und Moro (Aufbautraining). - 19. Olsen rettet bei Käslins Schuss auf der Torlinie. Umstellungen nach Nyarkos Platzverweis: Orlando in der Abwehr, Walker vorwärts und Rey zurück ins Mittelfeld, Moser und Smajic quasi zweite und dritte Sturmspitzen neben Zuffi. - Corner: 3:6. - Korrekte Schiedsrichterleistung.

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FC Basel vergab ersten Matchball: 0:1-Niederlage bei Lausanne-Sports

Mit 0:1 (0:1) in Lausanne verlor der FC Basel sein drittletztes Spiel des Jahres. Damit hat er im Kampf um einen Platz in der Finalrunde den ersten Matchball nicht verwerten können. Noch zwei bleiben ihm nun...

Lausanne. Die erste Niederlage im vierten Spiel unter neuer Leitung warf den FC Basel wieder zurück, so dass nun abermals jene Hochkonjunktur haben, die gern und gut rechnen können. Mit 0:1 gab der FCB nämlich sein gestriges Spiel an Gegner Lausanne ab, womit der erste Matchball verspielt wäre. Noch zwei bleiben nun, wobei der FCB sehr gut beraten ist, den nächsten zu verwerten - am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den FC St. Gallen. Denn in der letzten Runde geht es zu Meister GC nach Zürich, was eigentlich jeden weiteren warnenden Kommentar erübrigen sollte.

1:0 gegen Lugano, 2:2 gegen Servette, 2:1 gegen Aarau - das waren die bisherigen FCB-Resultate unter seinem neuen Trainer Karl Engel. Sieben Punkte aus drei Spiele hatten herausgeschaut, jetzt im vierten Vergleich mit einem direkten Rivalen um einen Platz in der Finalrunde, gab es den ersten Rückschlag.

Um den zu schildern, sei zuerst auf die Leistung der Waadtländer eingegangen. Denn die zeigten einen in der ersten Halbzeit sehr guten Match, waren in dieser Spielhälfte die bessere Mannschaft. Lausanne baute sich selbst mit kämpferischne Mitteln auf, gewann dadurch die meisten Zweikämpfe und wurde so mit der Zeit auch spielerisch stärker als der FCB. Goalie Martin Brunner, der gestern abermals einen fehlerfreien Match spielte und den man sich nach Ablauf von Pascolos Abonnement wie einen Huber, Walker oder Lehmann sehr wohl wieder einmal für höhere Aufgaben vorstellen könnte, sprach hinterher von einer der besseren Saisonleistungen. «Mit unserem Kader sind wir eine Mannschaft, die zwischen Rang 5 und 8 hingehört. Jetzt, nach unserem Match gegen den FCB, sind wir Fünter - und das passt durchaus zu unserem heutigen Auftritt.»

Lausannes Mannschaft ist dabei physisch derart gut im Strumpf, dass sie auch ihren hohen athletischen Level weitgehend durchziehen konnte. Erst in den wirklich letzten Minuten gab es in diesem Bereich Abstriche, als der FCB vehement wie sonst nie im Spiel auf den Ausgleich drückte.

Dass freilich die Waadtländer namentlich in den ersten 45 Minuten gut aussahen, hatte auch mit dem vorerst nicht guten Auftritt des FCB zu tun. Die Darbietung der Basler vor der Pause war in der Tat etwa so mässis wie die erste Halbzeit bei Engels Debut-Match in Lugano.

Der Rückstand zur Pause war deshalb folgerichtig und hätte auch höher als 0:1 lauten können, denn ehe Dembinksi in der 30. Minute mit einem herrlichen Hocheckschuss aus 18 Metern getroffen hatte, hatte der stark spielende Huber bereits einige Paraden zeigen und Olsen in der 19. Minute ein sicheres 1:0 durch Käslin auf der Torlinie vereiteln müssen.

Umgekehrt wurde des FC Basel beste Möglichkeit in der ersten Halbzeit (Rey, 24. Minute) durch einen sehr, sehr fragwürdigen Linienrichterentscheid zunichte gemacht.

Nicht zum Vorteil des FCB war auch die Wahl des Schuhwerks etlicher Spieler gewesen: In der ersten Halbzeit gab es etliche Ausrutscher und Stürze, weil vorwiegend die FCB-Spieler mit dem glitschigen, tückischen Terrain nicht fertig wurden.

In der Pause wechselten dann mehrere ihre Stollen, doch zu diesem Zeitpunkt hiess es bereits 0:1 - auch weil Dembinski vor seinem Torschuss am ausgerutschen Tabakovic hatte vorbeiziehen können.

Eine Wende zugunsten des FCB wäre dann in der zweiten Halbzeit gleichwohl noch möglich gewesen - und dies groteskerweise nach einem Ereignis, das keineswegs im Sinn der Basler war: Alex Nyarko wurde in der 61. Minute nach seinem sehr harten Foul von hinten in die Beine des schwedischen Spielmachers Rehn des Feldes verwiesen.

Dieser harte, aber keineswegs falsche Entscheid hatte für den FCB zwar die Konsequenz, dass Engel in seinen Auswechselmöglichkeiten nicht mehr die gleiche freie Hand hatte. Doch für die übrigen zehn Basler war ausgerechnet dieser Feldverweis das Signal zu einer stürmischen Schlussphase, die über 20 Minuten dauerte und die auch von einigen taktischen Umstellungen Engels geprägt war.

Das reichte nun zu einer optischen Überlegenheit, reichte auch zu ein paar mehr oder weniger guten Chancen, namentlich für den immer stärker werdenden Smajic, aber auch für Zuffi, Rey und Orlando.

Doch ans Ziel führte diese elanvolle Schlussphase den FCB nicht mehr: Die Lausanner, bis dahin spielerisch durchaus eine Offenbarung, wählten nun rustikalere Mittel, um ihren Vorsprung zu verwalten.

Angesichts der Überlegenheit während rund einer Stunde, angesichts des Plus an wirklich guten Chancen aber war der Sieg der Romands auf gar keinen Fall unverdient.

Der FCB seinerseits hätte mit dem Glück, dass er vor Wochenfrist gegen Aarau genossen hatte, durchaus noch zu einem Punkt kommen können, doch dauernd lässt sich das Glück auch nicht strapazieren. Gestern lachte es jener Mannschaft, die über die längere Spielzeit mehr für den Sieg getan hatte.

Damit bleibt der Basler Lage ernst, aber alles andere als hoffnungslos: Das Erreichen der Finalrunde sollte gleichwohl noch zu schaffen sein, zumal gestern die Konkurrenz einmal mehr nicht nur gegen die Interessen der Basler gespielt hatte. Josef Zindel

Quelle: Basler Zeitung vom 27.11.1995