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FC Lausanne-Sport

FC Basel

FC Lausanne-Sport - FC Basel 0:0 (0:0)

Datum: 24.11.1996, 14:30 Uhr - Wettbewerb: NLA Qualifikationsrunde 1996/97 - 21. Runde

Stadion: Pontaise (Lausanne) - Zuschauer: 5'100

Schiedsrichter: Carlo Bertolini Schweiz

Gelbe Karte: 61. Iglesias (Foul). 81. Frick (Foul; für die zwei nächsten Spiele gesperrt). 82. Disseris (Foul). 88. Ohrel (Foul).

Rote Karte: 51. Gualco (Tätlichkeit an La Placa).

FC Lausanne-Sport: Brunner; Carrasco, Londono, Gualco, Hänzi; Ohrel (89. Celestini), Piffaretti, Rehn, Douglas; Udovic (55. Iglesias), Sané (80. Thurre).

FC Basel: Huber; Disseris, Ceccaroni, Salvi, Zuffi; Frick, Konde, Smajic, Sutter (83. Yakin); La Placa (67. Armentano), Giallanza.

Bemerkungen: Lausanne ohne Savovic, Fryand, Oggier (alle verletzt) und Streltsow (noch nicht qualifiziert). Basel ohne Nyarko, Tabakovic (beide gesperrt) und Orlando (verletzt).

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Ein 0:0 als Basis für die Finalrunde?

Der FC Basel kam in der 21. Runde der Fussball-NLA-Qualifikation zu einem 0:0 bei Lausanne-Sports. Er spielte nicht überragend, hat aber nun die grosse Chance, die Finalrunde doch noch zu erreichen.

Lausanne. 90 Minuten noch dauert die Finalrunde für den FC Basel - und nun muss er keine empirischen Untersuchungen mehr vornehmen, wenn er wissen will, in welchen Stadien er im kommenden Frühjahr Fussball spielen will.

0:0 spielte er gestern an einem herrlichen Winternachmittag in der 21. von 22 Runden gegen Lausanne-Sports im Stade Olympique de la Pontaise. Wenn der FCB nun die Finalrunde erreichen will, dann muss er am nächsten Sonntag «nur» eines tun: Er muss gegen den FC Zürich gewinnnen. Wie hoch, das ist egal. Hauptsache, er gewinnt? Möglich gemacht haben dies die Young Boys, die gestern jenen FCZ besiegten.

Ja, was wäre der FCB in diesem Herbst ohne YB. Zuerst «schenken» die Berner dem FCB zwei Punkte, weil sie einen nicht qualifizierten Spieler (Erol Bekirovski) einsetzen, und nun bieten sie den Baslern noch die Chance zur Finalrunden-Qualifikation. Ohne die beiden Bekirovski-Punkte (3:0-Forfait-Sieg statt 2:2) hätte der FC Basel gestern um 16.15 Uhr seine Hoffnungen auf einen sorgenfreien Frühling wohl im Genfersee ersäufen können?

Nun aber «lebt» er noch, der FCB. Karl Engel, der Trainer, hatte gestern Geburtstag und wurde reichlich beschenkt. Dem FC Sion durfte er danken, den Bernern, den Luganesi? und natürlich dürfen sich auch die Basler Spieler selbst eine Scheibe vom Kuchen abschneiden, der jetzt nur noch auf das oft bemühte Sahne-Häubchen, auf einen Sieg gegen den FC Zürich, wartet.

Völlig selbstverständlich jedenfalls war das torlose Remis gegen die Lausanner nicht. Georges Bregys Equipe mag zwar in den vergangenen Wochen nicht mehr die gleiche Form ausgespielt haben wie noch in den Anfangsspielen dieser Qualifikation - aber mir nichts, dir nichts gab sie gestern die Punkte nicht preis. Sie wirkte engagiert, oft auch stilsicherer wie der FCB, aber im Angriff hatten Souleyman Sané und Sasa Udovic doch etwas vom Schwung verloren, der sie im August und September noch zu regelmässigen Torschützen gemacht hatte.

Doch mit dieser Feststellung muss man spätestens auch auf die Verdienste des FC Basel zu sprechen kommen. Engel hatte sich dafür entschieden, die gleiche Abwehrkette wie gegen den FC Lugano (2:0) zu nominieren. Adrian Falub und Yann Poulard blieben auf der Ersatzbank, Samir Tabakovic war nach einer Verwarnung aus einem Spiel mit dem Nachwuchs gesperrt, Theodoros Disseris sowie Daniel Salvi erhielten eine erneute Chance, und der FCB spielte ein zweites Mal hintereinander «zu null». Allerdings war dies in grossem Masse auch ein Verdienst des überragenden Stefan Huber. Der FCB-Goalie hielt fehlerlos, teils gar grandios.

Und das war bisweilen auch ausgesprochen nötig. Denn nicht all seine Vorderleute waren punkto Defensiv-Verhalten gleich stark. Disseris gefiel, Dario Zuffi war gut, Massimo Ceccaroni als Abwehrchef im Zentrum sehr gut, aber dass die Unzulänglichkeiten eines Salvi keinen grösseren Schaden anrichteten, das war das Verdienst eines Huber und auch eines Ceccaroni, der ab und zu für zwei zu ackern schien.

Über Arbeit konnte sich die Basler Abwehr vor der Pause nicht beklagen. Namentlich auf den Aussenpositionen hatte der FCB im Mittelfeld Probleme. Bruno Sutter (gegen Christophe Ohrel) und Mario Frick (gegen Philippe Douglas) hatten Mühe, kam dazu, dass sie oft gar zwei Lausanner vor sich hatten. Hier machte sich die Absenz des gesperrten Alex Nyarko bemerkbar, der in der Regel als «Ausputzer» noch zahlreiche Zweikämpfe auch an der Seitenlinie gewinnt - ein Vorwurf an Oumar Konde, der den Ghanaer ersetzte, soll dies jedoch nicht sein. Er löste seine delikate Aufgabe gegen Stefan Rehn gut.

Dennoch, es dauerte lange, bis der FCB ein erstes Mal gefährlich vor Martin Brunner auftauchte. Zumeist waren es schnelle Gegenstösse über Giallanza, dessen Vorgaben Frick und Jean-Pierre La Placa (beide hatten einen eher schwächeren Tag) jedoch nicht nutzen konnten. Die Lausanner hatten die klareren Torchancen, doch was immer Sané oder Udovic versuchten - Huber wusste eine Antwort.

Nach der Pause konnte sich der FCB vom Druck des Gastgebers befreien. Dies lag in erster Linie wohl daran, dass sich Lausanne-Sports' Verteidiger Luigi Gualco an der Seitenlinie eine Tätlichkeit an La Placa erlaubte und vom Platz flog (51.). Fortan hatte der FCB auf dem holprigen Terrain etwas mehr Raum, doch gegen den nach wie vor kompakten Gegner tat er sich weiterhin schwer, einen Weg in den Lausanner Strafraum zu finden. Und wenn sich schon mal eine Lücke auftat, dann vermasselte sich der FCB die sich bietende Chance oft gleich selbst. Frick beispielsweise hatte sich ausnahmsweise gegen Erich Hänzi durchgesetzt, doch statt alleine vor dem Tor den Ball an Brunner vorbeizuschieben oder vorbeizudreschen, wollte er Giallanza bedienen, der von Oscar Londono gestört wurde (55.).

Zuletzt gegen den FC Lugano hatte Frick aus ähnlicher Position das leere Tor nicht getroffen - nun wollte er es offensichtlich besser machen. Später kassierte der Liechtensteiner gar noch seine sechste Verwarnung und wird nun die beiden nächsten Spiele gesperrt sein. Es war wahrlich nicht der Tag des Mario Frick?

Allzuviel tat sich hernach nicht mehr. Der FCB wollte wohl zum wichtigen Sieg kommen, aber dazu fehlten ihm gestern schlicht die Mittel. Drei Punkte wären zwar angenehmer gewesen, aber der FC Basel stand ja gestern nicht alleine da. Andere halfen kräftig mit - und nun haben Engel und seine Spieler alle Karten in der Hand. Vergeben sie dieses Blatt, dann haben sie in der Finalrunde auch nichts zu suchen. Michael Martin

Quelle: Basler Zeitung vom 25.11.1996