Presseschau

Basler Zeitung vom 06.12.2018

Die FCB-Abwehr bleibt weiterhin die Problemzone

Balanta und Stocker fallen aus; was heisst das für den Winter?

Von Tilman Pauls

Basel. Als Eder Balanta sich auf den Rasen fallen liess, war das Spiel für den FC Basel verloren. Es stand in diesem Moment zwar noch 1:0 zwischen dem FCB und dem BSC Young Boys. Doch als der Kolumbianer am Sonntag den Platz verliess, verloren die Basler nicht nur ihren Innenverteidiger, sondern mit ihm auch alle Stabilität. Der junge Noah Okafor kam in die Partie, der auffällige Fabian Frei musste von vorne nach hinten rücken – und anschliessend hatten die Basler keine Chance mehr, dem Sturmlauf der Gäste zu widerstehen. Am Ende verloren sie 1:3.

Es ist durchaus möglich, dass sie bis zum nächsten Spiel, am Sonntag gegen den FC Zürich (16 Uhr, St.-Jakob-Park), ihre Stabilität wiederfinden. Aber, das ist seit gestern klar: Sie werden es ohne Eder Balanta tun müssen. Der 25-Jährige fällt mit einer Muskelverletzung am Oberschenkel für «mehrere Wochen» aus, wie der Verein mitteilte. Damit verschärft sich die Situation in der Defensive erneut, wo mit Marek Suchy und Carlos Zambrano zwei weitere Spieler auf dieser Position langfristig ausfallen.

Für Balanta ist es bereits die siebte Zwangspause, seit er in Basel unter Vertrag steht. Meist waren es muskuläre Probleme, oft fiel Balanta nur für wenige Tage aus. In der letzten Rückrunde waren es aber rund drei Monate, in denen er den Baslern nicht zur Verfügung stand. Auch darum hat er beim FCB nie die zentrale Rolle einnehmen können, die ihm zugedacht war; er sollte Manuel Akanji ersetzen.

Was wird aus Stocker?

Aber nicht nur Balanta wird dem FCB für den Rest der Hinrunde fehlen, auch Valentin Stocker fällt bis «mindestens Ende Jahr» aus, wie es heisst. Nach seiner Verletzung im Cupspiel gegen Montlingen hat der 29-Jährige zuletzt in Luzern erstmals wieder 90 Minuten lang gespielt – und sich abermals am Oberschenkel verletzt. Es ist eine Pause, die sich nahtlos in das Jahr 2018 des Rückkehrers einreiht, in dem er nie wirklich in Basel angekommen ist.

Im Interview mit der BaZ sprach Stocker zuletzt davon, dass er «hinter die Kulissen» sehe, dass er die Gründe kenne, warum der FCB derzeit so viele Schwierigkeiten habe – ohne diese Gründe zu nennen. Und er gestand, dass bei ihm derzeit die Gefahr bestehe, dass er sich aufgrund der Ereignisse im letzten Jahr zu sehr abkapsele. Ob sogar die Gefahr besteht, dass Stocker in der Winterpause alles hinwirft?

So weit ist es noch nicht, auch wenn einige Stimmen berichten, dass sich der Fokus des Spielers deutlich verschoben habe. Vielleicht nutzt Stocker die Pause auch nur, um im nächsten Jahr noch mal voll anzugreifen.


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