Presseschau

Basler Zeitung vom 14.01.2020

Rotblau weltweit

Party in Rom, Sonnenschein in Berlin

Lazio kann nicht mehr verlieren, und Urs Fischer schwimmt erneut im Haifischbecken.

Ägypten

Omar Gaber und Ahmed Hamoudi erleben beim Pyramids FC zurzeit zwei verschiedene Gefühlswelten. Da ist einerseits die unbefriedigende Situation in der Meisterschaft, in der man nach zwölf Runden nur auf Rang 5 steht, bereits mit elf Zählern Rückstand auf Leader Al-Ahly. Da sind aber auch die Glücksmomente, die das Team und die zwei ehemaligen FCB-Spieler im CAF Confederations Cup erleben dürfen, dem zweitwichtigsten Clubevent auf dem Kontinent Afrika. Der Pyramids FC qualifizierte sich dank einem 2:0-Erfolg gegen Al Masry am Sonntagabend als erste Mannschaft für die Viertelfinals, und das trotz einem verschossenen Elfmeter. Es war der vierte Sieg im vierten Spiel für das Team von Trainer Ante Cacic. Gaber stand beim Erfolg gegen Al Masry 90 Minuten auf dem Rasen, so wie er das mit einer Ausnahme auch in der Meisterschaft immer tat. Ganz im Gegensatz zu Hamoudi, der in den Überlegungen des Trainers schon seit längerem überhaupt keine Rolle mehr zu spielen scheint.

Deutschland

Urs Fischer tat vor ein paar Tagen das, was er schon lange nicht mehr getan hat. Er postete wieder einmal ein paar hübsche Fotos auf den sozialen Medien. Sie zeigen den Zürcher bei herrlichem Sonnenschein lächelnd auf dem Grün stehen, während seine Spieler Runden drehen und mit dem Ball zaubern. «Mit einem positiven Abschluss verabschieden wir uns vom Trainingslager in Alicante», schrieb Fischer als Unterzeile. Und zum Lächeln hat der 53-Jährige auch allen Grund. Die Vorrunde verlief für die Berliner um einiges besser als erwartet: Rang 11 inklusive Siege gegen Dortmund und Gladbach. Unions Mittelfeldspieler Christian Gentner sagte jüngst der «Berliner Morgenpost» in einem Interview voller Selbstvertrauen: «Union kann fester Teil der Bundesliga werden.» Nicht ganz so überschwänglich klingt es bei Fischer selbst, der jüngst über den Job-Alltag Bundesliga sagte: «Es ist ein Haifischbecken.» Doch zum Glück für ihn hat er in der Vergangenheit ja schon Erfahrungen in dem ein oder anderen Haifischbecken gesammelt.

Holland

Ebenfalls fleissig am Zaubern und Schwitzen im Trainingslager war Daniel Hoegh. Doch anders als Urs Fischer muss sich der Innenverteidiger in der kurzen Pause aufdrängen und beweisen, damit in der Rückrunde alles besser wird, als es in der Vorrunde war. In der Spielzeit 2018/19 war der Däne beim SC Heerenveen noch Captain und Publikumsliebling, doch eine Knöchelverletzung änderte alles: Seine Mitspieler und Konkurrenten drängten sich auf, und der gesunde Hoegh sass nur noch auf der Ersatzbank. In der gesamten Hinrunde stand er gerade mal sieben Minuten auf dem Feld. In einem Interview sagte er im Herbst noch, dass es für ihn eine «mental schwere Zeit» gewesen sei. Und darum schien es so, als ob sich Hoegh im Winter einen neuen Verein suchen werde. Doch nun sieht alles wieder besser aus. In einem Freundschaftsspiel gegen Unió Esportiva Llagostera aus der dritthöchsten spanischen Liga gewährte Trainer Johnny Jansen seinem Verteidiger 60 Minuten Einsatzzeit. Und weil das Team die Partie auch mit 2:1 gewann, war es für Hoegh eine erfreuliche Rückkehr auf den Rasen.

Spanien

Für Simone Grippo begann das neue Jahr ausgezeichnet. Der Innenverteidiger von Real Saragossa durfte mit seinen Teamkollegen nicht nur ein Auftaktsieg in der Rückrunde der Meisterschaft feiern, sondern auch das Überstehen der zweiten Runde der Copa del Rey. In der Liga stand Grippo zwar für einmal nicht auf dem Platz - in der Vorrunde spielte er oft über 90 Minuten durch und trug sogar zwei Mal die Captainbinde -, beim 3:1 im Cup allerdings sorgte er in der Verteidigung für Ordnung.

Katar

Funkstille aus der Wüste. Nachdem der Abstecher von Birkir Bjarnason nach Katar zu Al Arabi gut begann, sieht es nun danach aus, als wäre Fussballspielen in der Wüste für einen Europäer doch kein Selbstläufer. In den letzten Partien kam der Mittelfeldspieler immer weniger zum Einsatz. Beim jüngsten 1:6 gegen das von Barcelona-Legende Xavi Hernandez trainierte Al Sadd stand der Isländer nicht im Kader.

Italien

Zehn Siege in den letzten zehn Meisterschaftspartien: Die Party bei Lazio Rom geht weiter und weiter. Und mittendrin im Freudentanz ist Felipe Caicedo, der immer mal wieder auf ein paar Einsatzminuten bei den Blauweissen kommt. Zwar traf der flinke Angreifer im neuen Jahr das Tor noch nicht, aber immerhin darf er sich mit seinen Teamkollegen und den Fans über den mittlerweile dritten Rang in der Serie A freuen. Und wenn die Party in Rom im gleichen Stil weitergeht, dann...

Tobias Müller


www.baz.ch

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