Basler Zeitung vom 03.10.2025
Der Trainer des FC Basel spricht nach dem 2:0-Sieg gegen seinen Ex-Club VfB Stuttgart von einem Jesus im Tor und einem Spaziergang.
Oliver Gut
Ludovic Magnin, ist dieses 2:0 gegen den VfB Stuttgart Ihr bisher grösster Sieg als Trainer?
Zum Glück habe ich schon ein paar wichtige Spiele gewonnen. Etwa den Cupfinal mit dem FCZ. Aber sicher ist: Zusammen mit dem 4:1-Heimsieg gegen YB ist das mein bisher schönster Moment als Trainer des FC Basel. Die Fans waren sensationell, das Stadion ist einmalig. Ich hatte ein Gänsehaut-Feeling.
Zuvor gegen Luzern und in Freiburg ging die Rechnung weniger auf, gab es Niederlagen. Warum spielt der FCB nicht immer so stark wie gegen den VfB?
Wir haben auch schon in diesen Partien vieles gut gemacht und daraus einiges mitnehmen können. Nun haben wir uns auch für jene Partien belohnt, in denen mehr dringelegen wäre, als am Ende raussprang. Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft. Und wenn es trotzdem eng wurde, dann hatten wir noch Jesus im Tor, der alles gehalten hat.
Was war besser als bei der 1:2-Niederlage in Freiburg?
In Freiburg haben wir in den Schlüsselmomenten die Intensität vermissen lassen. Das war nun anders.
Wie haben Sie den Penalty gegen den FCB gesehen, den Marwin Hitz dann parierte?
Ich fand, dass das sehr streng gepfiffen war. Und dass der VAR die Szene lange überprüfte, spricht zumindest nicht gegen meine Ansicht. Dass das aber so lange ging, hat uns geholfen. Schütze Ermedin Demirovic musste lange warten. Goalietrainer Gabriel Wüthrich und unser Video-Analyst konnten so nochmals die Infos über ihn checken. Manche wechseln in so einer Wartesituation genau deswegen im letzten Moment den Schützen. Der VfB hat das nicht getan – und am Ende hat nicht nur Hitz, sondern haben quasi drei Personen den Penalty gehalten.
Hilft dieser grosse Sieg Ihnen dabei, dass die Mannschaft nun volles Vertrauen in Ihre Fussball-Idee haben?
Nein, denn das hatten die Spieler schon vorher.
Warum wissen Sie das?
Weil ich das in den Trainings sehe. Und weil es schon in den Spielen davor viele Phasen gegeben hat, in der genau umgesetzt wurde, was die Vorgabe gewesen ist. Aber helfen tut dieser Sieg trotzdem: Er gibt Energie. Und zwar dem ganzen Club und dem Umfeld.
Und gut für die Stimmung der Spieler ist es bestimmt auch.
Gut war die Stimmung schon vor dem Spiel. Und nach diesem 2:0, da kann ich Ihnen sagen: Die Stimmung in der Kabine war geil!
Ist für Sie ein Sieg gegen Stuttgart – Ihren Ex-Club als Spieler – noch etwas schöner als andere Siege?
Natürlich ist ein Sieg gegen den VfB spezieller für mich. Oder soll ich etwa lügen? Ich habe mich auch bei den Jungs dafür bedankt. So kann ich weiterhin im Stuttgarter Schlosspark spazieren gehen (grinst) …