Presseschau

bz Basel vom 02.12.2025

Das FCB-Finanzvehikel wird beseitigt

Die Firma Horizon2026 wird liquidiert: Doch was ist mit dem 11-Millionen-Darlehen passiert?

Jakob Weber

Der Eintrag im Handelsregister ist kurz. «Horizon2026 AG in Liq.» steht da. Das bedeutet, dass die 2021 von Strohmann Frantisek Safarik eingetragene Firma, die in FCB-Kreisen vor anderthalb Jahren für viel Gesprächsstoff sorgte, liquidiert wird. Mit der Horizon2026 wurde in zwei Tranchen von zunächst drei und später weiteren acht Millionen Franken Geld in den Klub gepumpt, um die Liquidität des FC Basel zu sichern.

Bis heute ist nicht bekannt, welcher Aktionär wie viel Geld eingeschossen hat. Verwaltungsrat Andreas Rey erklärte im April 2024 lediglich, dass es sich um insgesamt elf Millionen handelt. Sein ehemaliger Besitzerkollege Dan Holzmann, der seine Anteile im September an das Brüderpaar Jörg und Lukas Duschmalé verkauft hat, versicherte zudem, dass ausschliesslich Holding-Aktionäre Geld via Horizon2026 an den FCB gezahlt hätten und eine Öffnung nicht vorgesehen war. Allerdings gilt als gesichert, dass die FCB-Aktionäre mit dem Finanzvehikel auch die Idee verfolgten, mit Transfergeschäften eines Tages Geld abschöpfen zu können.

Dass die Geheimhaltung ein Fehler war, haben Präsident David Degen und seine Mitstreiter eingestanden. Mit der Liquidation des Finanzvehikels wird dieses Kapitel jetzt geschlossen.

Trotz Millionengewinn blieb das Darlehen bestehen
Eine Frage stellt sich noch: Was ist mit den elf Millionen passiert? Im Geschäftsbericht 2024 sind 12,7 Millionen Franken als Darlehen an die FC Basel Holding ausgewiesen. Darunter fallen auch die Gelder, welche via Horizon2026 in die Holding geflossen sind. Finanzchef René Heiniger erklärte damals, dass man mit dem Gewinn von 15,6 Millionen aus dem Geschäftsjahr 2024 aufgrund von Uefa-Regularien und um ein positives Zeichen zu setzen, lieber das Eigenkapital stärken wollte als das Darlehen der Aktionäre abzubezahlen.

Allerdings dürfte der FCB auch im Geschäftsjahr 2025 schwarze Zahlen schreiben, weshalb eine Rückzahlung der elf Millionen – oder zumindest eines Anteils - ein denkbares Szenario ist. Der FCB will auf Anfrage keine Details bekannt geben. Er sagt lediglich: «Die Horizon2026 AG wird liquidiert, weil sie nicht mehr gebraucht wird.»

Holzmann kündigte die Rückzahlung an
Der «Basler Zeitung» sagte Dan Holzmann nach dem Verkauf seiner Aktien: «Dieses Vehikel wird nicht mehr gebraucht. Die Darlehen und das Aktienkapital werden an alle zurückgezahlt, und die Horizon2026 wird liquidiert.» Es ist daher davon auszugehen, dass zumindest Holzmann vor seinem Abschied als FCB-Verwaltungsrat auch seinen Anteil aus der Horizon2026 AG zurückbekommen hat.

Ob auch die anderen Geldgeber ausbezahlt wurden oder ob das Darlehen umgeschuldet wurde, wird erst klar sein, wenn der Geschäftsbericht des FC Basel im Frühjahr 2026 publiziert wird.

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