Presseschau

Basler Zeitung vom 04.02.2026

Auf den FC Basel wartet in St. Gallen in vielerlei Hinsicht ein vorgezogener Final

Im Schweizer Cup tritt der FCB in der Ostschweiz an. Trainer Stephan Lichtsteiner befindet sich mit Rotblau in einer heiklen Phase.

Dominic Willimann

Seit etwas mehr als einer Woche ist Stephan Lichtsteiner Trainer des FC Basel. Und in diesen ersten Tagen an seinem neuen Arbeitsplatz im St.-Jakob-Park hat der 42-Jährige schon so manches erlebt. Allerdings: Die positiven Momente mit dem FCB sind ihm bislang verwehrt geblieben.

Auf das 0:1 in der Europa League gegen Viktoria Pilsen folgte ein 1:2 gegen den FC Thun in der Liga. Und als wäre das nicht schon genug, musste der Basler Trainer am Montag, dem Transfer-Deadline-Day der grossen Fussballligen, mitansehen, wie sich mit Jonas Adjetey und Philip Otele zwei Stammkräfte in Richtung Bundesliga verabschiedeten.

Am Tag vor dem Schweizer-Cup-Viertelfinal in St. Gallen (Mittwoch, 20.15 Uhr, BaZ-Liveticker) sagt Lichtsteiner zu diesen zwei Abgängen: «Aus sportlicher Sicht verlieren wir zwei Spieler, die in der letzten Saison prägend waren. Aber es gibt eben auch die Seite des Clubs, der finanzielle Verpflichtungen hat.» Lichtsteiner betonte, dass sein Fokus nicht auf der Transferpolitik, sondern ganz auf dem sportlichen Tagesgeschäft liege.

Verpasst der FC Basel sein nächstes Saisonziel?
Dort kommt auf den FCB eine schwierige Aufgabe zu. Will Lichtsteiner seinen Fehlstart in Basel korrigieren, muss seine Mannschaft am Mittwoch gewinnen. Ansonsten wird beim FC Basel bereits Anfang Februar das nächste Saisonziel ad acta gelegt – und Lichtsteiner mit einem nächsten Negativerlebnis seine Arbeit im Joggeli fortsetzen müssen.

Positiv stimmen dürften Lichtsteiner und Co., dass Rotblau sein letztes Spiel in diesem Wettbewerb in St. Gallen gewinnen konnte – mit 2:1 nach Verlängerung. Das war vor drei Jahren, ebenfalls im Viertelfinal. Seither jedoch hat der FCB den Kybunpark nie mehr als Sieger verlassen. In fünf Spielen in der Ostschweiz gab es für Basel zuletzt zwei Remis und drei Niederlagen.

Spricht Lichtsteiner über seine dritte Partie als Basel-Trainer, redet er von einem «vorgezogenen Final». Als er in der 1. Hauptrunde, damals noch als Trainer der Amateure von Wettswil-Bonstetten, auf den FC Zürich getroffen sei, sei es ein «Fussballfest» gewesen. Der Viertelfinal mit dem Titelverteidiger habe einen ganz anderen Charakter.

Für Lichtsteiner ist es also ein «big game», auf das er seine Mannschaft bestens vorzubereiten hat. Allerdings plagen ihn erhebliche Personalsorgen, wenn er an die Basler Startaufstellung denkt.

Marwin Hitz ist fraglich
Vor allem in der Abwehr, auf die im bisherigen Super-League-Verlauf stets Verlass war, stehen Lichtsteiner nur wenige Spieler zur Verfügung. Ob Goalie Marwin Hitz mittun kann, ist unklar. Fest steht hingegen, dass der zuletzt rekonvaleszente Finn van Breemen auch nach dem Ausfall von Keigo Tsunemoto und dem Abgang von Jonas Adjetey noch nicht so weit ist, dass er zum Kader zählen könnte.

So stellt sich die FCB-Abwehr in St. Gallen quasi von alleine auf und dürfte sich aus dem Quartett Kevin Rüegg, Nicolas Vouilloz, Flavius Daniliuc und Dominik Schmid zusammensetzen. Komplettiert wird der Defensivverbund durch den 18-jährigen Marvin Akahomen. Verständlich, macht sich Lichtsteiner Gedanken, wie allfällige Ausfälle vor oder während der Partie im Defensivbereich aufgefangen werden könnten. «Ich habe Ideen, möchte diese aus technisch-taktischen Gründen aber nicht verraten.»

Immerhin wird Xherdan Shaqiri nach seiner Gelbsperre ins Kader zurückkehren. Was er zu leisten imstande ist, zeigte der Captain unlängst im Klassiker. Die St. Galler werden jedoch darauf bedacht sein, die Kreise des 34-Jährigen einzuengen, damit er nicht zu viel Einfluss auf das Basler Spiel nehmen kann. So wie bei der Saisonouvertüre in St. Gallen, als Shaqiri sichtlich entnervt wirkte, weil ihm Behar Neziri auf Schritt und Tritt folgte.

Es ist also davon auszugehen, dass dieser Cup-Viertelfinal einiges an Emotionen und Spannung bieten dürfte. Für Lichtsteiner geht es ein nächstes Mal darum, dass sein Team die Hausaufgaben erledigt. Sprich: gewinnt. Dann dürfte in den rotblauen Alltag etwas Ruhe einkehren. Und dann wäre der FCB auch nur noch zwei Siege von der Titelverteidigung im Cup entfernt – dem einzigen Pokal, den der FC Basel realistischerweise in dieser Saison noch gewinnen kann.

Die voraussichtliche FCB-Aufstellung:
FC St. Gallen - FC Basel (Mittwoch, 20.15 Uhr. – Kybunpark. – BaZ-Liveticker, SRF 2).

FCB (4-2-3-1): Salvi; Rüegg, Vouilloz, Daniliuc, Schmid; Kacuri, Leroy; Traoré, Shaqiri, Salah; Ajeti.

Ersatzbank: Pfeiffer; Cissé, Akahomen, Koindredi, Soticek, Agbonifo, Duranville, Koloto.

Verletzt: Kaio Eduardo.

Im Aufbau: Metinho, Broschinski, Tsunemoto, Van Breemen.

Fraglich: Hitz.

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