Presseschau

Basler Zeitung vom 07.04.2026

Xherdan Shaqiri beendet mit einem Geniestreich seine Durststrecke

Beim 3:3 des FC Basel gegen YB trifft der 34-Jährige erstmals seit rund zwei Monaten wieder.

Dominic Willimann

Da ist es wieder. Dieses Spitzbübische, Schalkhafte. Als Xherdan Shaqiri in der Pause der Super-League-Partie zwischen dem FC Basel und dem BSC Young Boys vor das TV-Mikrofon tritt, könnte seine Laune und seine Antworten nicht besser sein. Der FCB-Captain spricht über sein Tor, den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1. Ein Tor, das als Visualisierung eines Lehrbuch-Konters problemlos verwendet werden kann.

Da ist in der 41. Minute erst das vorbildliche Tackling von Metinho gegen den Schweizer Nationalspieler Joël Monteiro und damit verbunden die Basler Balleroberung im Mittelfeld. Dann geht es schnell: Nicolas Vouillloz spielt auf Metinho, dieser gleich weiter zu Bénie Traoré und der Ivorer findet den passenden Moment, um Xherdan Shaqiri auf die Reise zu schicken, der diese mit dem linken Aussenrist sehenswert abschliesst – ein Geniestreich.

Es ist ein beeindruckender Spielzug und die Krönung der ersten Halbzeit gegen YB. Es sind dies die wohl besten 45 Minuten von Rotblau in diesem Kalenderjahr. Und passend dazu ist, wie sich Shaqiri in dieser Aktion ins Zeug legt. Natürlich ist dieser Abschluss nicht alltäglich. Aber ebenso imponiert, welche Laufbereitschaft und Schnelligkeit der 34-Jährige in diesen tadellosen Basler Offensivsekunden an den Tag legt – und letztlich dafür belohnt wird.

Shaqiris Antwort gegen YB
Mit seinem elften Ligatreffer beendet Xherdan Shaqiri seine lange Durststrecke. Seit dem 8. Februar und dem 2:1-Sieg über den FC Zürich und seinem damaligen Elfmetertor hat er sich keinen Skorerpunkt mehr gutschreiben lassen dürfen. In den sieben Partien, in denen der Stratege im Mittelfeld eingesetzt wurde, ging er leer aus. Nie seit seiner Rückkehr im August 2024 zum FC Basel ist Shaqiri länger ohne Tor oder Torbeteiligung geblieben. Interessant auch: Im März gab er in 190 Spielminuten lediglich zwei Schüsse ab und leistete eine Schussvorlage.

Das ist ungewohnt. Aber auch dass der Captain in den fünf Spielen des FCB vor der YB-Partie zweimal eingewechselt wurde, einmal verletzt fehlte und nur im Vergleich mit Servette länger als 45 Minuten auf dem Platz gestanden hat. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte Shaqiri in der Nationalmannschaftspause, wie er mit der aktuellen Situation umgeht. Und betonte dabei unter anderem, dass es ein Vorteil sei, «wenn die Verantwortung nicht nur auf mir lastet, sondern auf verschiedene Schultern verteilt ist». Denn auch ohne seinen Einfluss stimmten die Basler Resultate – vier von fünf Spielen hat der FCB vor dem 3:3-Remis gegen YB ohne die entscheidenden Inputs von Shaqiri gewonnen.

Natürlich ist auch FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner mit dem Auftritt seines Captains im Spiel gegen YB zufrieden – auch weil er zu den beiden anderen Basler Treffern am Ostersamstag Entscheidendes beiträgt. Lichtsteiner sagt über den besten Ligatorschützen in Rotblau: «Er ist mit Ball immer eine Gefahr für den Gegner.»

Der FC Basel spielt um Europa
Allerdings reicht es für Shaqiri auch gegen YB nicht für 90 Minuten, nach 74 Minuten wird er durch Koba Koindredi ersetzt. Was danach passiert, ist bekannt: Der FCB kann die 3:2-Führung nicht über die Zeit retten, auch weil ihm die Cleverness fehlt, die vielleicht ein Xherdan Shaqiri, Albian Ajeti oder Léo Leroy in dieser Phase einbringen hätten können. Doch dieses Trio verfolgt die letzte Viertelstunde von der Bank aus.

Mit ein Grund für Shaqiris Auswechslung dürfte gewesen sein, dass die Belastung des Captains für den Super-League-Endspurt optimal gesteuert wird. Denn für den FCB geht es in den bevorstehenden sechs Partien um die Qualifikation für den Europacup. Verständlich, braucht es in diesen Duellen mit den Mannschaften der Top 6 der Liga einen gesunden Xherdan Shaqiri.

Schliesslich hat der zweimalige Champions-League-Gewinner in der vergangenen Saison auf den letzten Metern der Meisterschaft Entscheidendes für den FC Basel beigetragen: In sechs Spielen gelangen ihm fünf Tore und sieben Torvorlagen. Werte, die dem FCB auch im Frühjahr 2026 gelegen kommen würden.

Zurück 961342379071