Basler Zeitung vom 07.04.2026
Nach dem 3:3 gegen die Young Boys spricht FCB-Aussenverteidiger Dominik Schmid über den bissigen Auftritt des FCB sowie das späte Gegentor.
Jankó Weibel, Dominic Willimann
In einer wilden Partie im St.-Jakob-Park, in der unter anderem zwei Eigentore und ein Prachtstreffer fielen, trennen sich der FC Basel und die Young Boys 3:3. Nach dem Spiel nimmt FCB-Linksverteidiger Dominik Schmid vor den Medien Stellung.
Dominik Schmid, in der 90. Minute kassierte der FCB gegen YB tatsächlich noch den Ausgleich zum 3:3-Endstand. Wie erklären Sie sich das späte Gegentor?
Es ist schwierig zu sagen, wie es dazu kam. Mein Eindruck war, dass niemand mehr wirklich zurücksprinten konnte. Klar ist jedenfalls, dass wir uns den Sieg vor Heimpublikum und besonders gegen YB nicht auf diese Art und Weise nehmen lassen dürfen.
Der Treffer kam nach einem Gegenstoss zustande.
Vielleicht hat uns die Erfahrung gefehlt, um, als wir in Führung waren, den Ball länger in den eigenen Reihen und so fern von unserem Strafraum zu halten. Aber trotzdem: Wenn man gegen YB in der letzten Minute mit 3:2 führt, erwarte ich von jedem einen Vollsprint zurück. Dennoch würde ich uns die Mentalität heute nicht ankreiden – wir zeigten über weite Strecken einen bissigen Auftritt.
Das stimmt – zumal es so wirkte es, als sei es ein sehr intensives Spiel gewesen.
Ja, es war unglaublich intensiv. In solchen Partien sind Details entscheidend. Vielleicht hat uns die letzte Konsequenz und der absolute Wille, das späte Tor zu verhindern, ein wenig gefehlt – das müssen wir uns womöglich vorwerfen lassen. Und eben: Mit Ball hätten wir cleverer agieren müssen, um gar nicht erst in diesen Gegenstoss reinzulaufen.
Fühlt sich dieses Remis denn wie eine Niederlage an?
Wie eine 0:5-Niederlage.
Vor allem zur ersten Halbzeit muss man jedoch sagen: Der FCB zeigte einen sehr engagierten Auftritt. Sehen Sie das auch so?
Ja, in der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, machten viel Druck und haben einige Chancen kreiert. Das 1:0 von YB fiel in meinen Augen entgegen dem Spielverlauf. In den letzten 25 Metern fehlte uns aber noch die letzte Konsequenz – und zuweilen auch das Auge für den Mitspieler. Und klar, bei den Gegentoren machten wir uns selbst auch keinen Gefallen.
Am kommenden Samstag fehlt Ihr Trainer Stephan Lichtsteiner im Spiel gegen den FC Thun gesperrt, nachdem er heute seine vierte Gelbe Karte erhalten hat. Inwiefern hat dies Auswirkungen auf das Aufeinandertreffen?
Dass ein Trainer in einer Saison bei einer Partie mal gesperrt fehlt, kommt vor. Insofern stellt dieser Umstand nichts dar, das uns gross von der Rolle bringen würde.