Presseschau

Basler Zeitung vom 07.04.2026

Shaqiris Tor für den Saisonrückblick reicht nicht zum nächsten FCB-Heimsieg

In einer intensiven Partie trennt sich der FC Basel von den Young Boys 3:3 unentschieden.

Dominic Willimann, Jankó Weibel

Der Aufreger
Zwei Eigentore in einer Partie – das gibt es nicht oft zu sehen. Ein Drittel aller Tore im St.-Jakob-Park fallen im Spiel zwischen dem FC Basel und den Young Boys auf diese Weise. Der erste Treffer ins eigene Tor geht auf das Konto von Sandro Lauper. Der YB-Innenverteidiger bugsiert einen Eckball von Xherdan Shaqiri zum 1:1 hinter die Linie. Wobei auch betont werden muss: Der Corner ist extrem gut getreten und schwierig zu verteidigen.

Beim zweiten Eigentor steht Flavius Daniliuc im Mittelpunkt. Der eben eingewechselte Alan Virginius bringt den Ball scharf vors Tor, wo der Österreicher unglücklich und für Marwin Hitz unhaltbar ins eigene Tor ablenkt. Daniliuc schüttelt den Kopf, YB bejubelt den 2:2-Ausgleich.

Der Mann des Tages
Als Xherdan Shaqiri nach 74 Minuten ausgewechselt wird, steht es 3:2 für seine Farben. Und die Statistik des Captains liest sich wie folgt: zwei entscheidende Zuspiele zu den Basler Treffern 1 und 3, die jedoch nicht offiziell als Assist gewertet werden, sowie ein Tor. Und was für eines!

41 Minuten sind im Joggeli gespielt, als der FCB vor 30’859 Zuschauern zu einem Vorzeigekonter ansetzt. Am Ende dieses Spielzugs steht Shaqiri, der den Ball von Bénie Traoré in den Lauf gespielt bekommt. Was der 34-Jährige danach mit dem Spielobjekt anstellt, kann in dieser Liga wohl nur er: Per Aussenrist schiesst er mit links vorbei an YB-Goalie Marvin Keller das 2:1. Ein Treffer, der am Ende der Saison in so manchem Super-League-Rückblick nochmals gezeigt werden dürfte.

Die 90 Minuten
FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner schickt eine Elf in diesen Vergleich mit den Bernern, die von Beginn an Vollgas gibt. Das Abwehrzentrum bilden erstmals Flavius Daniliuc und Becir Omeragic, im Angriffszentrum setzt Lichtsteiner auf Routinier Albian Ajeti.

Was der Gastgeber in den ersten 45 Minuten zeigt, hat man im St.-Jakob-Park lange nicht mehr gesehen. Da ist Energie, Tempo und Leidenschaft. Der FCB gerät entgegen dem Spielverlauf in Rückstand, korrigiert diesen aber und stellt noch vor der Pause auf 2:1.

Als Bénie Traoré nach 68 Minuten eine Unkonzentriertheit von Saidy Janko nutzt und Basel 3:2 in Führung bringt, deutet vieles auf einen Basler Heimsieg hin. Allerdings schafft der Gast in der 90. Minute nochmals das schier Unmögliche und gleicht aus. Damit belohnen sich die Berner für einen durchschnittlichen Auftritt mit einem Zähler.

Die Unparteiischen
Es ist intensiv, was die beiden Mannschaften zeigen. Entsprechend ist der Schiedsrichter mit seinem Team gefordert. Lukas Fähndrich wählt eine grosszügige Linie, was zu einem flüssigen Spielfluss führt.

Zu diskutieren gibt einzig die Szene vor dem Berner 1:0. Nach einem Zweikampf zwischen Nicolas Vouilloz und Loris Benito an der Seitenauslinie trifft der Berner beim Aufstehen den Basler mit den Stollen am Hals. Der Schiedsrichter ahndet dies nicht als Vergehen. Nicht alle im Stadion sind mit Fähndrich einig. Stephan Lichtsteiner etwa sagt: «Für mich ist das eher ein Foul.»

Die Stimme zum Spiel
Lichtsteiner hat von seiner Mannschaft eine «über 90 Minuten gute Leistung» gesehen. Allerdings weiss auch der FCB-Trainer, dass mit ein wenig mehr Cleverness in den Schlussminuten das 3:2 zu verteidigen gewesen wäre. Der 42-Jährige sagt: «Am Ende fehlte uns die Cleverness, um das Resultat zu halten. Das zeigt auf, dass wir noch einen Weg zu machen haben.»

Das Fazit
Weil der FC Lugano Thun bezwingt und der FCB nur einen Zähler holt, haben die Tessiner die Basler in der Tabelle wieder überholt. Basel ist neu Vierter. Damit bleibt es in den letzten sechs Super-League-Spielen im Kampf um die Europacup-Plätze weiter spannend.

So geht es weiter
Das letzte Spiel der Qualifikationsphase führt den FC Basel am Samstag nach Thun. Dort treffen die Basler auf den Leader, der die letzten beiden Partien verloren hat, aber immer noch souverän und mit grossem Vorsprung das Klassement anführt. Die Aufgabe bei den Berner Oberländern muss Basel ohne Stephan Lichtsteiner angehen. Der FCB-Trainer sieht gegen YB die vierte Gelbe Karte der Saison und ist in Thun folglich gesperrt.

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