Basler Zeitung vom 01.06.2026
Von Mailand bis Al-Ain holten ehemalige Spieler des FC Basel Titel. Nicht alle Ex-Basler erlebten jedoch eine erfolgreiche Saison.
Simon Tribelhorn
Granit Xhaka führte Sunderland als Captain sensationell in die Europa League.
Ob in Südamerika, Europa oder in der Wüste: Die ehemaligen Spieler des FC Basel sorgten in der vergangenen Saison rund um den Globus für Schlagzeilen. Die BaZ zeigt, wie die Ex-Basler im Ausland in der abgelaufenen Saison abgeschnitten haben.
Die Titelgewinner
Die erfolgreichste ehemalige rotblaue Fraktion spielte in der abgelaufenen Saison in Mailand: Yann Sommer (37), Manuel Akanji (30) und Andy Diouf (23) feierten mit Inter Mailand das nationale Double aus Serie-A-Meisterschaft und Coppa Italia. Während die Zukunft von Sommer, dessen Vertrag bei Inter ausläuft, noch ungewiss ist, haben die Mailänder entschieden, die Kaufoption für Akanji zu ziehen und den von Manchester City ausgeliehenen Innenverteidiger definitiv zu verpflichten.
Noch historischer hätte die Saison für Riccardo Calafiori (24) enden können. Nach seinem Meistertitel in der Premier League mit Arsenal stand der Italiener am Samstag im Champions-League-Final gegen Paris Saint-Germain. Die Gunners verloren das Endspiel in Budapest allerdings nach Penaltyschiessen, Calafiori kam dabei nicht zum Einsatz.
In Griechenland durfte derweil Dereck Kutesa (28) jubeln, der mit AEK Athen den Meistertitel feierte. Auch weiter östlich wurden Pokale gestemmt: Matias Palacios (24) führte Al-Ain zum Meistertitel in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Argentinier trug dazu 20 Skorerpunkte in 26 Ligapartien bei.
Ebenfalls Edelmetall gab es für Naser Aliji (32), der mit Dinamo City den albanischen Cup gewann, Arthur Cabral (28), der mit Botafogo die Taça Rio holte, Blas Riveros (28), der mit Libertad paraguayischer Meister wurde, sowie Andraz Sporar (32), der nach seinem Winterwechsel von Alanyaspor zu Slovan Bratislava voll einschlug: Mit 18 Skorerpunkten in 13 Spielen hatte der Slowene grossen Anteil am Gewinn der slowakischen Meisterschaft.
Fabio Celestini (50) gewann zudem kurz nach seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer mit ZSKA Moskau den Supercup. Mittlerweile musste er den Club aber verlassen, nachdem er in der russischen Liga die Spitzenplätze verpasst hatte.
Jubeln durfte auch Junior Zé (20), der in der Rückrunde vom FCB an Midtjylland ausgeliehen war. Mit dem dänischen Club gewann der Flügelspieler den Cup dank eines 1:0-Finalsiegs gegen den FC Kopenhagen. Bei Midtjylland kam Zé allerdings lediglich zu einem Kurzeinsatz in der Liga und wird in den kommenden Wochen nach Basel zurückkehren.
Die Torgaranten
Es war das Ende einer grossen Ära: Mohamed Salah (33) absolvierte seine letzte Saison für den FC Liverpool. Beim 1:1 am letzten Spieltag gegen Brentford verabschiedete sich der Ägypter vor einer Woche von Anfield mit einem Rekord: Er verbuchte seinen insgesamt 93. Assist in der Premier League, überholte damit Clublegende Steven Gerrard und krönte sich zum besten Liverpool-Vorbereiter der Premier-League-Geschichte. Seine Bilanz im Abschiedsjahr: 22 Tore in 41 Pflichtspielen. Insgesamt kommt er in neun Saisons bei den Reds auf 442 Einsätze, 257 Tore und 123 Assists.
In Polen feierte Afimico Pululu (27) derweil die zahlenmässig beste Saison seiner Karriere. Insgesamt verbuchte der Mittelstürmer 21 Tore und acht Assists in 47 Pflichtspielen für Jagiellonia Bialystok – so viele Torbeteiligungen wie nie zuvor. Pululu wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und den Drittplatzierten der vergangenen Saison nach drei Jahren verlassen. In dieser Zeit gewann er mit Bialystok den Meistertitel 2024 und wurde Torschützenkönig der Conference-League-Saison 2024/25. Damit ist der ehemalige FCB-Junior in diesem Sommer ablösefrei zu haben.
Auch Mohamed Elyounoussi (31) lieferte beim FC Kopenhagen mit 25 Skorerpunkten in 49 Partien ab. Zwar verpasste der Norweger mit seinem Club überraschend die Meisterrunde der dänischen Liga und verlor den Cupfinal gegen Midtjylland, über die Playoffs sicherte sich der FCK gegen Erzrivale Bröndby jedoch trotzdem ein Ticket für die Conference-League-Qualifikation.
Der eigentlich defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler Wouter Burger (25) zeigte bei Hoffenheim ebenfalls bemerkenswerten Zug zum Tor und verbuchte in 32 Bundesliga-Einsätzen 14 Skorerpunkte (5 Tore, 9 Assists) für den Tabellenfünften.
In Spaniens zweiter Liga machte derweil Jonathan Dubasin (26) mit 20 Skorerpunkten für Sporting Gijón auf sich aufmerksam.
Die Aufsteiger
In England feierte Liam Millar (26) mit Hull City den Aufstieg in die Premier League. Im Playoff-Final setzte sich Hull mit 1:0 gegen Middlesbrough und den ehemaligen FCB-Stürmer Kaly Sène durch.
Innenverteidiger Arnau Comas (26) schaffte mit Deportivo La Coruña die langersehnte Rückkehr in die höchste spanische Liga. Nach sechs Jahren Absenz spielt der Traditionsclub wieder in La Liga.
Zu den weiteren Aufsteigern gehören Trainer Timo Schultz (48), der mit Osnabrück den Sprung in die 2. Bundesliga schaffte, Dimitri Oberlin (28), der mit elf Skorerpunkten in 26 Ligaspielen massgeblich am Aufstieg von Sepsi OSK in Rumäniens Bel Etage beteiligt war, sowie Konstantinos Dimitriou (26), der mit Iraklis Thessaloniki in die höchste griechische Liga aufstieg.
Die Absteiger
Es war ein harter Einstand für Jonas Adjetey (22) beim VfL Wolfsburg. Nachdem Anfang März Dieter Hecking das Traineramt übernommen hatte, kam der Innenverteidiger in der Bundesliga nicht mehr zum Einsatz. Meist von der Bank oder sogar von der Tribüne aus musste Adjetey mitansehen, wie sein neuer Club, zu dem er im Februar gewechselt war, in die Relegation musste und dort gegen den SC Paderborn verlor. Damit stieg Wolfsburg erstmals in der Clubgeschichte aus der Bundesliga ab.
Ein bitteres Jahr erlebte auch Zeki Amdouni (25), der aufgrund eines Kreuzbandrisses nahezu die gesamte Saison verpasste und am Ende mit Burnley den Gang aus der Premier League zurück in die Championship antreten musste.
Noch härter traf es Cedric Itten (29). Der Stürmer erzielte zwar 15 Tore in der 2. Bundesliga, stieg mit Fortuna Düsseldorf aber dennoch überraschend in die 3. Liga ab.
Heiko Vogel (50) und Flügelspieler Sayfallah Ltaief (26) retteten sich derweil dramatisch zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Der 3:0-Sieg gegen Düsseldorf am letzten Spieltag bedeutete zunächst den Sprung auf den Relegationsplatz und das Vorbeiziehen an Düsseldorf, das den direkten Abstiegsrang erbte. Nach einer 0:1-Niederlage im Relegations-Hinspiel gegen Essen gewann Fürth das Rückspiel mit 2:0.
Knapp am Abstieg vorbei schrammte auch Kevin Carlos (25) nach seinem Wechsel vom FC Basel zum OGC Nizza. Die Saison endete für die Südfranzosen auf Rang 16 der Ligue 1, womit der Gang in die Relegation nötig wurde. Dort sicherte sich Nizza mit einem Gesamtskore von 4:1 gegen Saint-Étienne den Klassenerhalt. Carlos blieb hinter den Erwartungen zurück: In 24 Ligue-1-Einsätzen gelang dem spanischen Stürmer kein einziges Tor.
Weitere stiegen Gonçalo Cardoso (25) mit Paços de Ferreira in die dritte portugiesische Liga, Alexander Fransson (32) mit Norrköping in die zweite schwedische Liga, Fjodor Tschalow (28) mit Kayserispor in die zweite türkische Liga, Aaron Akalé (21) mit Middelfart in die dritte dänische Liga sowie Hugo Novoa (23) mit Mirandés in die dritte spanische Liga ab.
Die Überraschungen
Was Granit Xhaka (33) anfasst, scheint zu Gold zu werden. Nach seinem Wechsel von Leverkusen zum Premier-League-Aufsteiger Sunderland führte er den Club, bei dem auch Verteidiger Omar Alderete (29) spielt, als Captain sensationell in die Europa League.
In der Bundesliga führten Trainer Urs Fischer (60) und Silvan Widmer (33) Mainz zum Klassenerhalt. Als Fischer das Amt im Dezember übernahm, war Mainz abgeschlagener Tabellenletzter. Am Ende belegten die Rheinhessen Rang zehn. Unter Fischer avancierte Widmer wieder zum Stammspieler und wurde für seine starken Leistungen jüngst mit einer Vertragsverlängerung belohnt.
Karriereende
Nach einer mehr als 18-jährigen Profikarriere hat Ricky van Wolfswinkel (37) seine Fussballschuhe an den Nagel gehängt. Der Niederländer, der zwischen 2017 und 2021 in 115 Spielen für den FC Basel auflief, stand seither bei Twente Enschede unter Vertrag. Seine letzte Saison schloss er mit zehn Toren in 33 Einsätzen ab, ehe er seine Karriere offiziell beendete.