Presseschau

Basler Zeitung vom 31.08.2026

«Ich wollte Stephan Lichtsteiner für sein Vertrauen danken»

Nach dem Ausgleichstreffer gegen YB jubelt Victory nicht mit den Mitspielern, sondern läuft zum Trainer. Der 20-jährige Innenverteidiger sei von seinem Tor «überwältigt» gewesen.

Simon Tribelhorn, Jankó Weibel

Akpe Victory schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Für einen kurzen Moment schien der 20-Jährige selbst nicht zu glauben, was ihm gerade gelungen war. Aus der Distanz hatte der Innenverteidiger zum 3:3 gegen die Young Boys getroffen. Dann drehte er ab und lief schnurstracks zu Trainer Stephan Lichtsteiner, um mit ihm den Treffer zu feiern.

Es war das emotionale Highlight eines aussergewöhnlichen Abends für den 20-Jährigen. Und längst nicht seine einzige entscheidende Aktion: Schon beim 1:2 vom Kazeem Olaigbe hatte Victory aus der eigenen Hälfte den Basler Anschlusstreffer vorbereitet. In der zweiten Halbzeit folgte sein Tor zum 3:3. Und als YB doch noch einmal gefährlich wurde, rettete Victory auf der Linie und bewahrte den FCB vor einem erneuten Rückstand.

Assist, Tor, Rettungstat – und das alles in einem Spiel, das für Victory zunächst nicht nach Wunsch verlaufen war. «Die erste Halbzeit war nicht so gut. Ich habe viele Fehler gemacht und war am Ball nicht gut genug», sagt er danach selbstkritisch. In der Pause habe Lichtsteiner ihm geraten, geduldiger zu sein und bei sich öffnenden Räumen mutiger nach vorne zu spielen. «Ich konnte seine Anweisungen umsetzen – und es hat funktioniert.»

Akpe Victory auf den Spuren von Akanji und Samuel
Wie gut, zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit: Victory ist erst der zehnte Innenverteidiger des FC Basel, der seit Einführung der Super League 2003 in einer Partie zwei Torbeteiligungen verzeichnete. In dieser Reihe finden sich Namen wie Manuel Akanji, Walter Samuel oder Daniel Majstorovic. Zuletzt war dies Finn van Breemen vor über drei Jahren bei einem 5:2-Sieg gegen Winterthur gelungen.

Dass ausgerechnet ein Distanzschuss Victory seinen zweiten Skorerpunkt des Abends bescherte, überraschte ihn selbst. Schon gegen den FC Zürich hatte er es aus der Ferne versucht, allerdings vergeblich. «Ich dachte mir: Vielleicht muss ich es heute wieder probieren», erzählt er. Als der Ball tatsächlich im Tor einschlug, sei er überwältigt gewesen. Sein bisher schönstes Tor? «Ich denke schon.»

Warum er nach seinem Treffer ausgerechnet mit dem Trainer jubelte, erklärt Victory hinterher ebenfalls. Lichtsteiner habe ihm die Chance gegeben, für einen grossen Club wie den FC Basel zu spielen. Angesichts der Konkurrenz sei ein Platz in der Startelf ein Privileg. «Ich wollte ihm für sein Vertrauen danken.»

Für Akpe Victory war es der vorläufige Höhepunkt eines gelungenen Einstands in Basel. Nun bietet sich ihm schon bald die nächste Gelegenheit, Lichtsteiners Vertrauen zu bestätigen: Am Donnerstag gegen Sion und am Sonntag gegen Lugano stehen für Rotblau gleich zwei Heimspiele an.

Zurück 433092878996