bz Basel vom 31.08.2026
Akpe Victory ist defensiv als auch offensiv der entscheidende Basler Spieler. Was das mit dem Trainer zu tun hat.
Céline Feller, Bern
Akpe Victory wird kurz nach seinem Treffer von den Emotionen übermannt. Er kann kaum fassen, dass er den erst zweiten Treffer seiner Profi-Karriere erzielt hat. Und was für einen! Der 20-jährige Nigerianer zieht in der 71. Minute ab und trifft mit einem wuchtigen Schuss zum 3:3-Endstand zwischen dem FC Basel und YB. «Ich habe nicht erwartet, dass der Schuss reingeht», sagt Victory nach dem Spiel.
Er übe es öfters im Training, aus der Distanz zu schiessen. «Deshalb habe ich es schon letzte Woche gegen Zürich versucht, so ein Tor zu erzielen. Da hat es nicht geklappt. Daher wollte ich es heute noch mal versuchen», führt er aus.
Ein Zeichen des Danks an Lichtsteiner
Noch während seines ungläubigen Jubels rennt der Innenverteidiger in Richtung der Trainerbank, direkt auf Stephan Lichtsteiner zu. Victory umarmt den Cheftrainer, verpasst ihm gar ein Küsschen. «Meine erste Halbzeit war nicht gut. Ich habe viele Fehler gemacht, war nicht gut mit dem Ball am Fuss. Der Trainer hat in der Halbzeit dann mit mir geredet, mir Anweisungen gegeben», erklärt er, wieso er zu Lichtsteiner gerannt sei.
Denn: Dank der Anweisungen des Coachs sei seine zweite Halbzeit besser geworden. «Ich konnte umsetzen, was er mir gesagt hat, konnte mein Spiel adaptieren.» Konkret habe Lichtsteiner von seinem Verteidiger mehr Ruhe und Geduld gefordert – und ihn motiviert, abzuzuziehen, wenn er den Raum hat. So wie das in der 71. Minute der Fall war.
Aber nicht nur deshalb wollte er sich beim Coach bedanken: «Er schenkt mir das Vertrauen und gibt mir die Möglichkeit, zu spielen. Hier beim FC Basel hat es viele gute Fussballer. Dass ich in der Startelf stehe, ist deshalb ein Privileg.» Der Trainer ist nach der Partie ebenfalls voll des Lobes für seinen Spieler: «Er ist schnell, physisch stark und technisch gut. Ausserdem ist er enorm abgeklärt», so Lichtsteiner. Und der Trainer offenbart, dass er Victory in der Pause gesagt habe, dass er aufpassen solle, weil er bereits in der 39. Minute eine gelbe Karte gesehen hatte.
Das Tor zum Endstand ist nicht die einzige Szene, in der Victory im Fokus steht. Kurz nach seinem Ausgleichstreffer klärt er einen Sanches-Lupfer spektakulär auf der Linie, nachdem FCB-Keeper Mirko Salvi bereits geschlagen ist. «Verteidigen ist mein Job», sagt er nur dazu und lächelt. Ohnehin gibt er sich in der Interviewzone nach Spielschluss demütig, bedankt sich immer wieder bei seinen Mitspielern und stellt das Kollektiv in den Fokus.
Diesem wolle er mit weiteren solcher Tore helfen, wie er betont. Die nächste Möglichkeit dazu hat er bereits am nächsten Donnerstag. Dann empfangen die Basler den FC Sion – und am Sonntag gleich noch den FC Lugano.