bz Basel vom 31.08.2026
Beim 3:3 gegen YB strauchelt der FC Basel erst, ehe er in mehreren Szenen zeigt, dass das Team intakt ist.
Jakob Weber, Bern
In der 31. Minute entledigt sich Xherdan Shaqiri seines Aufwärmtenues. 2:0 führt YB zu diesem Zeitpunkt durch die Tore von Joel Monteiro (7.) und Samuel Essende (14.) gegen hoffnungslos unterlegene Basler. Kurz vor der Entscheidung, den Captain früher als geplant einzuwechseln, hat YB drei gute Gelegenheiten auf das 3:0.
Doch ehe Shaqiri das Feld betreten kann, lanciert Akpe Victory nach einem eigenen Ballgewinn den FCB-Konter. Seinen Steilpass nimmt Kazeem Olaigbe auf und der Flügel bringt den Ball nach einem 60-Meter-Sprint auch an YB-Goalie Marvin Keller vorbei. Plötzlich ist Basel wieder im Spiel und direkt nach dem Anschlusstreffer ist es auch Shaqiri.
Vorher gibt es noch kurz ein Küsschen seines Trainers Stephan Lichtsteiner in den Nacken. Das Verhältnis zwischen dem Captain, der zuletzt nur noch Ersatz war, und Lichtsteiner gilt als abgekühlt. Gegen YB zeigt Shaqiri wie auch schon vor Wochenfrist gegen den FC Zürich, dass er als Joker jedoch gut funktioniert. «Die Entscheidungen des Trainers gilt es zu akzeptieren», sagt Shaqiri nach dem Spiel diplomatisch. «Mit seiner Einwechslung hat sich das Blatt gedreht. Ich weiss, was ich an Shaq habe. Wir hatten mehr Zugriff und Kontrolle mit ihm. Er hat eine überragende Leistung gezeigt», erklärt Lichtsteiner.
Shaqiri leitet sofort das 2:2 ein
Die Basler Nummer 10 ist keine sechs Minuten auf dem Feld, als er mit einem perfekt getimten Chipball den in den Strafraum geeilten Metinho lanciert. Via dessen Hacke landet der Ball bei Asane Sow, der zum 2:2 trifft. Der FCB ist zurück in einem Spiel, das nach 30 Minuten bereits verloren schien. «Wir mussten unten durch», sagt Lichtsteiner, der die Leistungssteigerung und die Moral seines Teams lobt. Erstmals seit drei Jahren konnte der FC Basel nach einem Zwei-Tore-Rückstand wieder punkten und das auch noch in Bern, wo man seit 2016 auf einen Sieg gegen YB wartet.
Die Berner schütteln sich nach dem Basler Ausgleich aus dem Nichts kurz und gehen noch vor der Pause wieder in Führung. Die linke Basler Abwehrseite ist erneut verwaist und Alvyn Sanches vollendet nach einem Doppelpass mit Essende.
Dieser Sanches steht auch nach Wiederanpfiff im Fokus, als er nach elf Sekunden den Ball ans Gebälk zimmert. «Von der Qualität der Chancen her hätten wir ein Tor mehr als Basel schiessen sollen», sagt Sandro Lauper. «Vorne hat uns die Effizienz und hinten die Konsequenz gefehlt», analysiert YB-Trainer Gerardo Seoane über das wilde und attraktive Spiel, in dem YB zahlreiche und der FCB einige weitere Chancen ungenutzt lässt.
Der Torschütze jubelt mit dem Trainer
Das einzige Tor in Halbzeit zwei erzielt Akpe Victory. Der Innenverteidiger versucht es in der 71. Minute aus 18 Metern und erwischt Keller. Ungläubig über sein Tor rennt der 20-Jährige in die Arme von Lichtsteiner, Die Basler Jubeltraube rund um den Trainer ist ein Zeichen, dass das Team gerne mit dem angezählten Lichtsteiner weiterarbeiten würde. Dass der FCB in Zürich und Bern nach drei Rückständen noch vier Punkte holt, zeigt ebenfalls, dass die Moral und das Team intakt sind.