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Servette FC

FC Basel

Servette FC - FC Basel 3:1 (3:0)

Datum: 01.08.1998, 17:30 Uhr - Wettbewerb: NLA Qualifikationsrunde 1998/99 - 4. Runde

Stadion: Charmilles (Genf) - Zuschauer: 4'100

Schiedsrichter: Roberto Ferrari Schweiz

Tore: 13. Rey (Foulpenalty) 1:0. 19. Rey 2:0. 23. Rey 3:0. 84. Gonçalves 3:1.

Gelbe Karte: 9. Juarez (Foul), 31. Fournier (Foul), 35. Reimann (Foul), 59. Rey (Handspiel), 68. Kreuzer (Foul).

Servette FC: Pédat; Barea, Wolf, Juarez; Varela, Lonfat (62. Karlen), Fournier, Durix (69. Tato), Müller (88. Potocianu), Bühlmann; Rey.

FC Basel: Huber; Kreuzer; Konde, Ceccaroni; Barberis, Veiga, Perez (71. Gonçalves), Reimann; Rytschkow; Cravero (71. Tschopp), Ouattara (73. Mendi).

Bemerkungen: Servette ohne Siljak, Ippoliti (beide verletzt) und Pizzinat (gesperrt); Basel ohne Frick, Henry, Fabinho (alle verletzt), Hartmann, Disseris (nicht im Aufgebot), erstmals mit Veiga, Ouattara und Gonçalves (seit Freitag qualifiziert).

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Drei Tore Reys im Genfer «Freundschaftsspiel»

Der FC Basel hat in der vierten Runde der NLA-Qualifikation beim verlustpunktlosen Leader Servette 1:3 (0:3) verloren. Alexandre Rey, 1996 noch in den FCB-Reihen, erzielte alle drei Genfer Tore. Die Basler spielten ohne Aggressivität, Harmonie und Ideen, dafür fehlerhaft.

Genf. Zweimal ist der FC Basel in dieser Saison erst auswärts angetreten - und die Bilanz verheisst nichts Gutes. Kein Punkt, 1:8-Tore, und der FCB entpuppte sich auf der Genfer Charmilles am Nationalfeiertag als «Luftheuler». 23 Minuten war das Spiel erst alt, da stand es nach einem Hattrick von Alexandre Rey schon 0:3 - der FCB wirkte beim Genfer Feuerwerk als Statist.

Servette war in allen Belangen überlegen. Die Dreier-Abwehrkette mit Organisator Stefan Wolf stand solide, das Mittelfeld schaffte in allen Situationen die Überzahl, die es dem FCB nicht erlaubte, offensiv ins Spiel und defensiv die Ordnung zu finden, und der Sturm - mit dem dreifachen Torschützen Rey und den abwechslungsweise nachstossenden Franck Durix und Patrick Müller als Unterstützung - nützte die Orientierungslosigkeit der Basler Defensive ohne besondere Anstrengungen aus.

Spiegel der Saisonplanung

Von «drei Geschenken» sprach hinterher Guy Mathez, der Trainer des FC Basel, auch wenn er wusste, dass die Gegentore nur die logische Konsequenz einer ungenügenden Darbietung seines Teams sein konnten. Die Aggressivität habe gefehlt, weshalb, darüber rätselten Trainer und Spieler gleichermassen.

Die Darbietungen der beiden Teams waren auf gewisse Weise auch ein Spiegel der Saisonplanung. Servette wirkte homogen, eingespielt, die Positionen waren besetzt, die Sicherheit im Kombinationsspiel war vorhanden. Beim FCB hingegen fanden die erstmals nach dem mehrwöchigen Transferstreit eingesetzten Argemiro Veiga (er verdrängte Attila Sahin auf der Position im defensiven Mittelfeld) und Ahmed Ouattara noch keine Bindung zum Team, Veiga brach mit vielen Ballverlusten schon die Ansätze von Rhythmus im Basler Spiel.

Probleme auf den Aussenbahnen

Das Hauptproblem hatte der FCB aber auf seinen Aussenbahnen, wo Ivan Reimann (auf links) und Sébastien Barberis einen ganz schwachen Tag einzogen und ihren Gegenspielern Patrick Bühlmann (gegen Barberis) und Carlos Varela um Längen unterlegen waren.

Die Tore waren eine direkte Folge davon. Zunächst reagierte Barberis zu ungestüm auf den links nach einem Prellball von Sébastien Fournier frei-gespielten Bühlmann, fuhr ihm in hoher Geschwindigkeit vor die Beine, traf den Ball nicht und musste deswegen den Penaltypfiff von Schiedsrichter Roberto Ferrari in Kauf nehmen (Rey verwandelte sicher). Dann stand Barberis auf seiner Seite so ungeschickt, dass Patrick Müller losziehen und Rey genau in den Lauf spielen konnte, und später verhinderte Reimann die Flanke nicht, die Varela zu Reys drittem Tor ungehindert schlagen durfte. Oumar Konde, der Rey markierte, interpretierte seine Aufgabe zweimal mit zuviel Abstand.

Es war diese Anreihung von Fehlern, die zu den Gegentoren führte, doch es fehlte dem FCB auch offensiv an manchem, um sich erfolgversprechend in Szene setzen zu können. In der Mittelzone war Servette stets in Überzahl, die Sache «hat gut harmoniert», wie Servettes Trainer Gérard Castella hinterher sagte. Und dem FCB mangelte es an spielerischer und technischer Klasse, um ein Mittel gegen das Pressing der Genfer zu finden. So blieb nach der Balleroberung meist wenig Zeit und oft nur der lange Pass in die Spitze, und dort konnten sich Ouattara nur mangelhaft und Philippe Cravero überhaupt nicht durchsetzen.

So war Alexander Rytschkows Freistoss nach 64 Minuten (!) der erste Ball, den Servettes Goalie Eric Pédat behändigen musste. Und das Tor, das der eingewechselte «Abedi» Gonçalves dann doch noch erzielte (84.), fiel auch nur deswegen, weil Servette längst zwei Gänge zurückgeschaltet hatte und Juarez den Schuss mit dem Kopf entscheidend abfälschte.

«Wie ein Freundschaftsspiel»

Das Ganze war ein bisschen wenig für eine Mannschaft, die den Anspruch einer Finalrundenqualfikation stellt. Trainer Mathez hatte hinterher den Eindruck, «ein Freundschaftsspiel» gesehen zu haben, sagte, er wolle diese Leistung nicht akzeptieren und reagieren. Es wird jene Reaktion sein, die er von seiner Mannschaft während des Spiels vermisst hatte: «Wir sind 45 Minuten zu spät in Genf angekommen. Wir können verlieren, aber nicht auf diese Weise.»

So gingen die Basler Hoffnungen, vieles werde nach dem Abschluss der Transferaktivitäten besser laufen, im Genfer Feuerwerk unter.

Quelle: Basler Zeitung vom 03.08.1998