Basellandschaftliche Zeitung vom 18.09.2009
Die Basler Secondos hatten gestern während des Fussballmatches die Qual der Wahl
leif simonsen
Basler mit italienischen Wurzeln waren sich beim gestrigen Europa-League-Spiel des FCB gegen die AS Roma nicht ganz einig. Antonio Pecora ist schon in der zweiten Generation in der Schweiz. Klar, dass auch er sich das Spiel Basel gegen Rom nicht entgehen lässt: Vor dem Spiel trifft er sich mit seinen Basler Freunden zum Biertrinken.
Als Anhänger der AS Roma ist er hier ziemlich in der Minderheit, doch seit seinem 15. Lebensjahr ist er in die Giallorossi vernarrt. «Weil sie typisch italienisch sind», wie er sagt. Typisch italienisch steht im Fussball für vieles, das vor allem den Gegnern nicht beharrt. Es steht für meistens gewinnen; für ultradefensives Spiel; für clevere Mätzchen. Als mogeln würde Pecora letzteres nicht bezeichnen. «Man lotet einfach die Grenzen aus», sagt er mit einem Augenzwinkern. Sein Freund Reto Tommasini ist in FCB-Utensilien gehüllt und wird in den nächsten 90 Minuten kaum eine Meinung Pecoras teilen. Trotz italienischen Wurzeln findet er keine druckreifen Worte, um den italienischen Fussball zu beschreiben.
Als leidenschaftlicher FCB-Anhänger tippt er vor dem Spiel auf ein 2:2, sein Kontrahent Pecora auf ein 2:0 für die Römer. Als fussballerisch teilintegriert kann man schliesslich noch den Typ Alfio Cavagnas bezeichnen: Der Sizilianer schreit heute Abend für den FCB, im Gegensatz zu Tommasini unterstützt Cavagna aber die italienische Nationalmannschaft, wenn sie gegen die Schweiz spielt.
Solch durchmischte Gruppierungen treffen sich vor dem Spiel vor dem St. Jakobs-Park. In den nächsten zwei, drei Stunden werden sie nicht alle dem gleichen Verein den Daumen drücken, sie werden Wortgefechte haben und uneins sein. Nach dem Spiel werden sie wieder zusammen anstossen und beste Freunde sein.