Presseschau

Basler Zeitung vom 11.02.2019

Fabian Frei: «Wir sind am Schluss die Leidtragenden»

Aus dem Bauch

Der Basler Mittelfeldspieler zur Protestaktion der Muttenzerkurve

Basel. Eine Halbzeit lang prägten die St. Galler Kehlen den Basler St.-Jakob-Park. Die Muttenzerkurve hatte sich als Reaktion auf das Basler Engagement im indischen Fussball für einen stummen Protest entschieden. Sie äusserte sich auf Banderolen kritisch zum Vorgehen der Vereinsleitung, während das Team unten auf dem grünen Rasen ohne den gewohnten Support aus der lautstarken Kurve auskommen musste.

BaZ:

Fabian Frei, wie wirkte sich das Fehlen der Muttenzerkurve in der ersten Halbzeit auf die Leistung auf dem Rasen aus?

Fabian Frei:

Ich habe erst nach ein paar Minuten realisiert, dass in der Kurve niemand stand. Es war der Moment, in dem sich einige vielleicht gefragt haben, was alles gelaufen ist. Das Fernbleiben der Kurve darf auf keinen Fall eine Ausrede dafür sein, dass wir nicht gewonnen haben. Ich glaube nicht, dass einer deswegen auf dem Rasen weniger Einsatz zeigte oder sich weniger unterstützt fühlte. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Es müssen sich viele Dinge angestaut haben, und die Betroffenen sollen das miteinander regeln. Oder auch nicht. Ich muss schauen, dass wir mit der Mannschaft unsere Leistung abrufen.

Inwiefern können Sie die Aktion der Muttenzerkurve verstehen?

Die Vereinsleitung ist dafür zuständig, den Club zu führen. Sie trifft die Entscheidungen – und wenn man damit nicht zufrieden ist, kann man sich dazu äussern. Es ist nicht mein Job, das zu kommentieren.

Wie ist die Mannschaft über das Engagement des FC Basel in Indien informiert worden?

Diese Dinge geschehen im Hintergrund und gehen uns Spieler nichts an. Es wäre übertrieben zu sagen, dass mich das alles nicht interessiert. Aber ich habe Vertrauen, dass die Vereinsleitung es schon recht macht.

Es geht Sie insofern etwas an, als Sie vor leeren Rängen spielen mussten.

Wir sind am Schluss die Leidtragenden. Das ist den Fans bewusst, denn auf einem Plakat stand: «Unsere Gesänge für die Elf auf dem Rasen.»

Können Sie sich an ähnliche Aktionen der Fans erinnern?

Bis jetzt sind mir immer die positiven Aktionen in Erinnerung geblieben. Ohne die aktuelle zu verurteilen. Das ist ebenfalls nicht meine Aufgabe als Spieler.

Wie gut kennen Sie den indischen Fussball?

Ich glaube, es gab vereinzelt bekannte Spieler, die sich in Indien engagiert haben. Aber vielleicht ist der indische Fussball in ein paar Jahren bekannter und stärker. saw


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