Presseschau

Basler Zeitung vom 15.02.2019

Die nächsten Spieler und ihr Potenzial in Sachen Leadership

Zdravko Kuzmanovic

Würde man ihn selbst fragen, er sähe sich gewiss weiter oben. Doch allein der Anspruch, der Auftritt und der monatliche Lohncheck genügen nicht, um eine wirkliche Leaderrolle zu übernehmen. Klar ist allerdings auch: Sollte die Tendenz der letzten Spiele anhalten und sollte er sich dabei einigermassen in Bescheidenheit und Beharrlichkeit üben, könnte er für die Mannschaft ein wichtiger Rollenspieler werden – und würde in der Hierarchie steigen.

Carlos Zambrano

Würde man noch zwei weitere Spiele abwarten, der 29-jährige Peruaner würde womöglich weiter steigen. Klar ist: In seinen ersten beiden Pflichtspielen, die er für den FCB von Anfang an bestritt, hinterliess er einen guten Eindruck. Da ist nicht einfach nur ein Innenverteidiger, sondern ein Abwehrchef am Werk. Dabei hilft ihm genauso, dass er problemlos Deutsch spricht wie beim Einfluss in der Kabine. Es scheint, als kämpfe hier einer engagiert darum, für Rotblau ab Sommer mehr zu werden als nur eine Leih-Episode.

Kevin Bua

Er ist die erste Stimme der frankofonen Fraktion. Allerdings nur, weil Geoffroy Serey Die aktuell in Neuenburg weilt. Zudem ist diese frankofone Fraktion nun sehr überschaubar: Aldo Kalulu ist der einzige andere Kaderspieler, der französischsprachig aufwuchs. Auf dem Platz ist Bua damit klar wichtiger als daneben.

Luca Zuffi

Bei ihm verhält es sich genau umgekehrt wie bei Kuzmanovic: Er ist auf dem Feld kaum wegzudenken und liefert dort – egal, ob im offensiven oder defensiven Mittelfeld – so gut wie immer seine Leistung ab. Daneben bleibt er aber – obwohl durchaus mitdenkend und zuweilen schlagfertig – der ruhige, anständige, beliebte Typ, der nicht dazu neigt, in den Vordergrund zu treten. Inzwischen bald 29, wird sich das kaum mehr ändern.

Eray Cömert

In der Hinrunde kam er aus einer langen Verletzungspause und wurde der Innenverteidiger mit den meisten Einsätzen. Immer nur makellos wirkte er nicht, doch ist 21 auch kein Alter für einen Innenverteidiger. In Wortwahl und Auftritt wirkt der junge Basler selbstsicher genug, um auch abseits des Spielfelds wichtig zu werden. Dazu muss er sich als Innenverteidiger aber erst nachhaltig durchsetzen. Aktuell wird er wieder von einer Schulterverletzung daran gehindert. Doch vielleicht ist das ja ein gutes Omen …

Samuele Campo

Der 23-jährige Aufbauer hat mehr Gefühl im Fuss als die meisten anderen, verhält sich neben dem Platz tadellos und ist seit dem Kindesalter ein Rotblauer. Allerdings muss er trotz seines Freistoss-Treffers vom Samstag noch immer beweisen, dass er in der Lage ist, auch beim FCB regelmässig seine Leistung abzurufen.

Albian Ajeti

Noch im Herbst hätte man den durchaus forschen Kleinbasler mit Wurzeln im Kosovo ein, zwei Positionen weiter oben gesehen. Er schien als Mittelstürmer gesetzt und hatte auch zusehends Profil gewonnen, wenn es galt, seine Meinung kundzutun. Die ersten beiden Partien in der Rückrunde zeigten aber, dass die Karten im Januar neu gemischt wurden und er vorerst hinter Van Wolfswinkel anstehen muss. Darunter leidet seine Bedeutung.

Raoul Petretta

Ein spielerisch schwieriges 2018 hat ihn in der Hierarchie leicht abrutschen lassen, nachdem er zuvor nach starker Champions-League-Kampagne den Status eines Versprechens für die Zukunft erlangt hatte. Inzwischen scheint Petretta wieder stabilisiert und zeigt die Tendenz klar nach oben. Das unterstützt seine Bedeutung in der Kabine, die zwar noch überschaubar ist, bei einem kommunikativen, überlegten Typen wie ihm aber in den nächsten Monaten durchaus im Wachstum begriffen sein könnte.

Eder Balanta

Man könnte den letzten sichtbaren Platz in der Hierarchie problemlos einem anderen Spieler (Kalulu, Okafor, Hansen, Riveros) zuordnen. Der Grund, dass die Wahl auf den introvertierten Kolumbianer fällt, ist zweigeteilt: Zum einen ist er – solange gesund – ein Top-Innenverteidiger. Zum anderen ist er tatsächlich Mitglied des Spielerrats.


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