Presseschau

Basler Zeitung vom 26.02.2019

Rotblau weltweit

Deutschland

Innerhalb von ein paar Tagen drehte sich die Welt von Yann Sommer auf den Kopf. Anfang vergangene Woche noch rettete er seinen Gladbachern einen Punkt in der Bundesliga, und der ehemalige FCB-Keeper wurde in höchsten Tönen gelobt. So sehr, dass auch gleich wieder das altbekannte Gerücht hochkam: Wechselt er nun doch zu einem der ganz grossen Clubs? Nun sieht aber schon wieder alles ganz anders aus. Gegen Wolfsburg gabs eine 0:3-Klatsche, und Sommer machte mindestens bei einem Tor keine besonders gute Figur. Beim Treffer zum 3:0 von Admir Mehmedi blieb er nach einer Hereingabe auf der Linie kleben, und so hatte sein Nationalmannschaftskollege natürlich kein Problem, seinen zweiten Treffer des Abends zu erzielen. All das Schreckliche erlebte Gladbach-Verteidiger Michael Lang von der Bank aus, und all das Wunderbare erlebte Wolfsburger-Flügel Renato Steffen 78 Minuten lang auf dem Feld mit.

In eine ganz andere Richtung als bei Yann Sommer geht die Gefühlsentwicklung bei Manuel Akanji. Der Innenverteidiger fehlte Borussia Dortmund mehrere Wochen wegen einer nervigen Hüftverletzung. Doch mit der Rückkehr des Winterthurers kam auch der Erfolg zurück zum BVB. Gegen Leverkusen erkämpften sich die Dortmunder einen 3:2-Sieg, und für das Internetportal bvbbuzz ist darum auch klar, dass Akanji der zurzeit wichtigste Spieler der Mannschaft ist. Ohne ihn geht einfach nix! In der Tabelle verteidigte die Borussia dank dem knappen Sieg auch die Spitzenposition, man liegt nach wie vor drei Punkte vor den Bayern.

Die grösste Überraschung des Wochenendes fand aber nicht in der 1. Bundesliga statt, sondern eine Klasse tiefer. Achtung, gut festhalten: Urs Fischer hat mit Union Berlin für einmal ein Spiel nicht gewonnen, kein Witz! Gegen Arminia Bielefeld gab es nur ein mageres 1:1, in der Tabelle rutschte das Team sogleich auf den dritten Tabellenplatz ab, und die Berliner Morgenpost titelte sogleich: «Union sucht die Leichtigkeit».

Japan

Lange musste Yoichiro Kakitani warten, viele Stunden war er dazu verdammt, in den Fernsehstudios Japans oder zu Hause auf der Couch zu sitzen und zu warten. Aber nun war es wieder so weit, endlich durfte der japanische Superstar wieder auf dem Feld herumrennen und das tun, was er am besten kann. Am Wochenende ging die japanische J1-League los – und es war ein erfolgreicher Start für Kakitani und sein Team Cerezo Osaka. Gegen Vissel Kobe gewann man mit 1:0, und der ehemalige FCB-Spieler durfte dabei 88 Minuten lang über den Platz huschen, bis er unter die Dusche musste und sich danach den vielen Medienanfragen stellen musste.

Schottland

Ein paar Medienanfragen mehr als noch Anfang Saison treffen zurzeit wohl auch bei Benjamin Siegrist ein. Der Torhüter im Dienste von Dundee United in der zweithöchsten schottischen Liga kam Anfang Saison nicht über die Rolle des Ersatzmannes hinaus, doch seit der Winter über dem Norden Grossbritanniens eingebrochen ist, steht Siegrist plötzlich zwischen den Pfosten und ist nicht mehr wegzudenken. Am Samstag, beim 1:1 gegen den Falkirk FC, liess der Basler Schlussmann sein Team lange vom Sieg träumen, ehe Ciaran McKenna aus kurzer Distanz einnickte. Immerhin: Der Punkt sicherte Dundee United den dritten Tabellenplatz.

Spanien

Es soll ja tatsächlich Menschen auf diesem Planeten geben, die die fussballerischen Qualitäten von Ivan Rakitic anzweifeln, die langsam mit einer Ablösung des Mittelfeldspielers des FC Barcelona rechnen. Doch nix da. Rakitic macht einfach weiter, spielt Zuckerpässe, schlägt butterweiche Flanken, und bereitet Tore vor. Wie beim 4:2-Sieg gegen Sevilla, wo Tomas Vaclik das Tor hütete. Beim Stand von 0:1 chippte Rakitic den Ball gefühlvoll in den Strafraum, wo zehn Meter vor dem Tor ein kleiner, ziemlich begabter Fussballer per Volley ins linke Lattenkreuz traf. Rakitic freute es, und der kleine, begabte Fussballer traf noch zwei weitere Male.

Tobias Müller


www.baz.ch

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