Presseschau

Basler Zeitung vom 19.03.2019

Rotblau weltweit

Deutschland

Vermutlich werden sie in Dortmund bald eine riesige Bronzestatue von Manuel Akanji vor den Signal Iduna Park hinpflanzen, darunter wird dann wohl so etwas wie «unser Fussballgott» stehen oder Ähnliches. Verwundern würde das nicht. Akanji, dieser 23-jährige Innenverteidiger, der mit einer Sicherheit eines 32-jährigen Innenverteidigers auftritt, hat einen steilen Aufstieg hinter sich, und das komprimiert auf ein paar wenige Saisons: Challenge League, Super League, Champions League. Und auch in der Bundesliga läuft es dem Winterthurer ganz gut. Seit seiner Rückkehr von einer Verletzung spielte Akanji viermal durch, und mit ihm fand der BVB wieder zum Siegen zurück. Der sehr, sehr anspruchsvolle Sportdirektor Michael Zorc sagte kürzlich, dass Akanji ein «ziemlich kompletter Abwehrspieler» sei. Mehr Lob geht kaum.

In Gladbach hingegen werden sie wohl keine Statue von Yann Sommer errichten, aber einen dicken Eintrag im Club-Geschichtsbuch ist dem Torhüter gewiss. Seine Paraden und Rettungsaktionen haben den Gladbachern in der Vergangenheit immerhin den ein oder anderen Sieg gesichert. Nicht so aber am Wochenende. Da gab es nur ein mageres 1:1 gegen Freiburg. Am Gegentreffer trug Sommer aber keine Mitschuld.

Ein 1:1 hätte Jean-Paul Boëtius vor dem Anpfiff der letzten Runde sicher gleich genommen, mit Handkuss und allem Drum und Dran. Aber am Schluss gabs für Mainz gegen die Bayern die volle Packung, 0:6! Boëtius hatte immerhin die Gewissheit auf seiner Seite, nur bei drei Treffern auf dem Platz gestanden zu haben – nach 45 Minuten musste er raus.

Grosse Sorgen muss man sich um Urs Fischer machen. Lange hat man ja denken können, dass der Zürcher als Trainer gar nicht verlieren kann. Beim FCB war das so und nun auch bei Union Berlin. Doch zuletzt gab es in fünf Partien zwei Niederlagen und ein Unentschieden. Die Luft scheint draussen zu sein bei der Übermannschaft aus Berlin. Fischer sagt, jetzt, da die Nationalmannschaftspause ansteht: «Ich glaube, es ist gut, dass eine Pause kommt. Es ist wichtig für die Jungs, ein paar Tage frei zu bekommen, um noch mal bereit zu sein für die letzten acht Spiele.»

England

Auf die Nationalmannschaftspause wird sich auch Xherdan Shaqiri freuen. Der Augster kam nach einer starken Zwischenphase bei Liverpool seit vier Partien nicht mehr zum Einsatz. Glen Johnson, TV-Experte und ehemaliger Teamkollege bei Stoke, sagte kürzlich: «Wenn es gut läuft, dann ist Shaqiri ein grosser Spieler. Wenns nicht läuft, dann klappt bei ihm alles oder nichts.» Und Johnson scheint ebenfalls zu wissen, dass Trainer Jürgen Klopp und Shaqiri aneinandergeraten sind. Anders sei die aktuelle Situation nicht zu erklären.

Rumänien

Nachdem Naser Aliji vier Monate lang ohne Verein war, hat seine Karriere in Rumänien bei Dinamo Bukarest nun wieder an Fahrt aufgenommen. Seit seinem ersten Spiel Anfang Februar hat der 25-Jährige keine Minute verpasst. Aber Aliji konnte nicht verhindern, dass der Club in die Abstiegsrunde kommt, in der Dinamo an diesem Wochenende 1:2 verlor. Für Aliji hat sich der Wechsel trotzdem gelohnt, zumal er wieder ein Aufgebot für das albanische Nationalteam erhalten hat. Seinen letzten Einsatz hatte Aliji im März 2018 bei einem Freundschaftsspiel gegen Dänemark.

Japan

Ende Februar hat die japanische Liga den Spielbetrieb wieder aufgenommen, natürlich mit dem inzwischen 29-jährigen Yoichiro Kakitani. Der Stürmer verpasste bisher nur acht Minuten, ist aber auch nicht ganz unschuldig, dass Cerezo Osaka in den letzten drei Partien kein Tor erzielt hat. Das Team steht in der JLeague auf dem 14. von 18 Plätzen, nachdem man die Vorsaison auf Rang 7 abgeschlossen hatte. Und Kakitani? Der wartet nach einer Saisonpause und einigen Verletzungen seit Mai 2018 auf ein Liga-Tor.

Ägypten

Mit einem 0:0-Unentschieden gegen Hussein Dey aus Algerien haben sich Zamalek und Trainer Christian Gross für die Viertelfinals des afrikanischen Confederation Cups qualifiziert. Das Team sicherte sich neun Punkte aus sechs Partien und brauchte im letzen Gruppenspiel mindestens ein Unentschieden, um die nächste Runde zu erreichen. «Ich freue mich sehr, dass ich dieses Ziel in meiner ersten Saison beim Club erreichen konnte», sagte Gross gegenüber Kinguft.com nach dem Spiel.

USA

Gaston Sauro musste lange auf diesen Moment warten, sehr lange sogar. 19 Monate lang zwangen ihn mehrere Knieverletzungen zum Zusehen. In der neuen MLS-Saison ist der Innenverteidiger aber wieder zurück auf dem Rasen – und hat in drei Spielen für Columbus Crew gleich mal zwei Tore erzielt. Beim 1:1 gegen die New York Red Bulls gelang dem 29-Jährigen sein erster Treffer überhaupt in den USA. Und beim 1:0 gegen Dallas war er wieder erfolgreich. «Ich gewöhne mich langsam an mein neues Stürmer-Dasein», sagte Sauro, der inzwischen der einzige ehemalige Basler im nordamerikanischen Fussball ist. Die Colorado Rapids haben den Vertrag mit Shkelzen Gashi aufgelöst. Und auch Kay Voser spielt nicht mehr in Charlotte. Tobias Müller/Tilman Pauls


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