Presseschau

Basler Zeitung vom 06.04.2019

Durch die Mitte kommt die Kraft

Die Leistungssteigerung der Basler in den letzten Wochen hat zwei Gründe: treffsichere Stürmer und das Comeback des Captains.

Tilman Pauls

Es kam ganz passend, dass am Sonntag gegen den FCZ ausgerechnet Samuele Campo und der eingewechselte Albian Ajeti die beiden jüngsten Treffer des FC Basel erzielten. Mit ihren Toren bescherten sie ihrem Club nämlich nicht nur ein drittes Saisonviertel ohne eine Niederlage. Sie lieferten netterweise auch gleich noch den Hinweis, in welchem Bereich die Basler sich im Vergleich zur Hinrunde am meisten verbessert haben: im Zentrum.

In der Vorrunde war auffällig, wie linkslastig das Angriffsspiel der Mannschaft ausgerichtet war: 16 von insgesamt 33 Toren aus dem Spiel heraus entstanden über die Seite, auf der meist Kevin Bua, Noah Okafor oder Valentin Stocker spielten. Und auch nach hinten war dieser Flügel deutlich besser als sein Gegenüber, liess man auf links doch nur sechs Tore aus dem Spiel heraus zu, während es über rechts zehn waren.

In der Winterpause haben die Basler jedoch ordentlich Kraft durch die Mitte entwickelt, was in erster Linie mit der Form der beiden Stürmer zu tun hat. Von 21 Toren, die der FCB seit dem Rückrunden-Start im Februar erzielt hat, gehen neun auf das Konto der Mittelstürmer Albian Ajeti und Ricky van Wolfswinkel. Der Holländer spielt zwar nicht immer in der Sturmspitze, aber auch eine Reihe weiter hinten hat er getroffen. Dazu kommen noch zwei weitere Treffer durch Samuele Campo und drei Tore von Luca Zuffi, die ebenfalls im Zentrum agieren.

Die Abwehr stabilisiert

Der zweite zentrale Grund für die spielerische Stabilität des FCB in den vergangenen Wochen ist am anderen Ende des Platzes zu suchen, nämlich in der Verteidigung. Dort beweist die Statistik, dass man den Schnitt der Gegentore deutlich minimieren konnte: Pro Spiel kassierten die Basler nach der Winterpause im Durchschnitt nur 0,7 Tore, während es in der Hinrunde noch 1,6 waren. Nur in 120 Cup-Minuten in Sion und beim Spiel gegen den Leader aus Bern musste Torhüter Jonas Omlin mehr als ein Mal hinter sich greifen. Dafür gelang den Baslern fünf Mal, was in der Vorrunde streckenweise unmöglich schien: ein Spiel ohne Gegentreffer.

Das spricht dafür, dass Trainer Marcel Koller die Baustelle in der Innenverteidigung beheben konnte. Während es in der Vorrunde dort immer wieder Abstimmungsprobleme und Rochaden gab, wirkt die Abteilung in den jüngsten Wochen viel gefestigter. Und insbesondere ein Spieler hat nun gute Argumente, wenn es in den kommenden Wochen darum geht, ob der Verein den Vertrag mit ihm verlängert oder nicht. Denn seit Marek Suchy wieder regelmässig auf dem Platz steht, läuft es dem FCB in der Defensive deutlich besser.


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