Presseschau

Basler Zeitung vom 08.04.2019

Ein Trio und kaum Impulse

Gegen Lugano schickt Marcel Koller bereits die siebte Zusammensetzung des zentralen Mittelfelds auf den Rasen.

Samuel Waldis

Seit Wochen durchlebt Zdravko Kuzmanovic eine kleine Auferstehung. Eigentlich schien er ja ausser Rang und Traktanden gefallen zu sein, körperlich nicht auf der Höhe seiner Konkurrenten um einen Platz im zentralen Mittelfeld und ohnehin nur deswegen im Kader, weil der FC Basel keinen weiteren Club fand, der den einstigen serbischen Nationalspieler auf Leihbasis hätte übernehmen wollen.

Doch seit der Rückrunde ist der 31-Jährige plötzlich einer der gefragtesten Spieler des Basler Kaders: Ausser bei drei Partien stand er immer auf dem Platz, wenn der FCB in der Super League auftrat. Und der Tabellenzweite hatte alles gewonnen, wenn Kuzmanovic seine Füsse im Spiel hatte. Bis am Sonntag. Da agierte der zentrale Mittelfeldspieler zum dritten Mal von Anfang an, doch die Basler kamen nicht über ein Unentschieden gegen einen bescheiden auftretenden Tabellenachten hinaus.

Campos Leistungsabfall
Kuzmanovic hatte beim 1:1 bis zu seiner Auswechslung in der 68. Minute zwar eine Vielzahl von Bällen in den Füssen. Und alle Pässe über die Kurz- und Halbdistanz kamen zuverlässig beim Mitspieler an. Aber eben nicht jene, die für Gefahr hätten sorgen können vor dem Tessiner Tor. Was Kuzmanovic in den Spielen gegen Luzern oder Zürich noch ausgezeichnet hatte, fehlte in der 28. Meisterschaftsrunde an allen Ecken und Enden: diese präzisen Bälle in die Spitze, die diagonalen Seitenverlagerungen, die zündenden Ideen und der Spielwitz des Routiniers, über den nur wenige beim FC Basel verfügen.

An der Seite von Eder Balanta bespielte Kuzmanovic das defensive Mittelfeld, vor ihnen versuchte Samuele Campo, die offensive Geschicke zu leiten. Balanta, der als gelernter Innenverteidiger zum sechsten Mal in der laufenden Meisterschaft im defensiven zentralen Mittelfeld agierte, trat offensiv kaum in Erscheinung. Und der 23-jährige Campo war nur noch ein Schatten jenes Spielers, der er beim 2:0-Sieg gegen den FC Zürich gewesen war. Im Letzigrund hatte er noch per Direktabnahme einen der schönsten Basler Treffer der Saison erzielt – vier Tage später sah man den Linksfuss vor allem dann, wenn er einen Ball dem Tessiner Gegenspieler überlassen musste.

Von diesem Trio im Zentrum gingen kaum Impulse auf die Basler Offensive aus. Vielleicht auch deswegen, weil es so zum ersten Mal in dieser Saison zusammenspielte. Allein in der Rückrunde setzte Marcel Koller auf den drei Positionen des zentralen Mittelfelds auf sieben verschiedene Besetzungen.

Das Starttrio wird geschont
Zu Beginn der Rückrunde schenkte der Trainer dreimal in Serie Taulant Xhaka, Fabian Frei und Luca Zuffi das Vertrauen. Sechs Tore produzierte der FC Basel mit diesem Trio, bei zwei Siegen und einem Unentschieden. Bis dato waren die drei zusammen an 26 Toren des FC Basel beteiligt, während dieser Wert beim Trio Kuzmanovic/Balanta/ Campo bei neun liegt.

Doch nach den drei Auftaktpartien gewährte Koller Zuffi und Frei gegen Xamax eine Pause. Und ab da blieb kein Stein mehr auf dem anderen, die Offensivmaschinerie musste sich immer wieder auf veränderte Zentrumsbesetzungen einstellen.

Es ist gut möglich, dass Koller die vielen Rotationen vornimmt, damit ihm am 25. April beim Cup-Halbfinal seine vermeintliche Idealbesetzung im Zentrum möglichst fit und ausgeruht zur Verfügung steht: Frei und Xhaka auf den zwei Positionen des defensiven Mittelfelds und Zuffi hinter der Spitze.


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