Presseschau

Basler Zeitung vom 15.04.2019

Der FC Basel bastelt an seiner zentralen Abwehr

Eray Cömert bleibt dem Club als Defensivspezialist erhalten. Der 21-Jährige verlängert seinen Vertrag bis 2022.

Dominic Willimann

22004 Zuschauer meldete der FC Basel im Spiel gegen den Grasshopper Club Zürich. Einer der Besucher, die im St.-Jakob-Park der Kälte trotzten, war Eray Cömert. Eingepackt in einer dicken Winterjacke sass der 21-Jährige gesperrt auf der Tribüne. Und obwohl der Verteidiger beim torlosen Remis nicht mitspielte, war er bei vielen der 22003 anderen Zuschauern ein Thema.

Denn just vor dem Anpfiff kommunizierte der FCB, dass Cömert seinen Vertrag bei Rotblau vorzeitig um zwei Jahre bis Juni 2022 verlängert habe. Im Nachgang zu den 96 Minuten im St.-Jakob-Park war diese Meldung so etwas wie das Highlight eines ansonsten nicht wirklich inspirierenden Auftritts seiner Farben gegen den Tabellenletzten aus der Limmatstadt.

Cömerts jetziger Kontrakt hätte noch bis Sommer nächsten Jahres Gültigkeit gehabt. Nun darf er sich über mehr Planungssicherheit und ein aufgebessertes Salär freuen. Und der FCB auf der anderen Seite über eine höhere Ablösesumme, sollten sich die jüngsten Gerüchte um Cömert, der mit Clubs aus England in Verbindung gebracht wird, eines Tages bewahrheiten.

Suchy, das Fragezeichen

Der Zeitpunkt der Verlängerung kommt darum überraschend, weil das Klären einer anderen Personalie im Defensivverbund dringlicher scheint. Der Vertrag von Marek Suchy läuft Ende Juni aus. Wie die Zukunft des Tschechen aussieht, ist nach wie vor unklar. Im Trainingslager in Marbella im Januar fanden erste Gespräche zwischen dem Captain und der sportlichen Führung von Rotblau in Sachen Vertragssituation statt. Zu einer Entscheidung ist man bis heute nicht gekommen, obwohl Suchy Ende März nach dem Luzern-Spiel sagte, dass demnächst Klarheit über seine kommenden Monate herrschen sollte. Wann dies jedoch genau sein könnte, wollte der Internationale nicht verraten.

Speziell ist die Ausgangslage mit Suchy für den FCB, weil der Abwehrchef praktisch die komplette Hinrunde wegen eines Achillessehnenanrisses verletzt fehlte. Seit dem 17. Februar und dem Spiel gegen Sion ist der Nationalspieler aber wieder zurück in der Basler Defensive.

Bemerkenswert ist, dass der FCB seit Suchys Comeback keine einzige Partie mehr verloren hat und der Tscheche der einzige Spieler ist, der bei jedem Spiel auf dem Platz stand. Mit Suchy wirkt die Basler Abwehr sattelfester. Und: Beim 1:1 gegen Lugano wie auch beim 1:0 in Luzern tat sich einer der hintersten Basler Feldspieler als einziger Torschütze hervor. Suchy sammelte also Argumente, weshalb seine Zeit beim FCB nach fünf Jahren noch nicht zu Ende sein sollte.

Zambrano, der Ausfall

Der FCB bastelt also weiter an seiner zentralen Abwehr der Zukunft. Auch, weil die Leihe von Carlos Zambrano Ende der Saison auslaufen dürfte. Der Peruaner trägt seit August Rotblau. Er wurde von Dynamo Kiew ausgeliehen, da sich Suchy verletzte. Angekommen in Basel ist der 29-Jährige aber nie. Verletzungen bremsten den Südamerikaner auf dem Weg zum Stammspieler. Die Bilanz von drei Einsätzen spricht ihre eigene Sprache. Trennen sich die Wege von Zambrano und dem FCB im Juni nicht, wäre das eine riesige Überraschung.

Bleiben noch Eder Balanta und Junior Yves Kaiser, der sukzessive an den höheren Rhythmus herangeführt wird. Der verletzungsanfällige Balanta hingegen hat unter Marcel Koller immer wieder mal im defensiven Mittelfeld gespielt, wenn der Trainer mehr Physis auf dieser Position wünschte. Der Kolumbianer hat also nicht mehr nur die Rolle des Innenverteidigers inne.

Vielleicht auch deshalb, weil Cömert seinen Platz in der Viererkette gefunden hat. 26 Partien hat der Captain der U21 in dieser Spielzeit für den FCB absolviert. Am Freitag in Sion dürfte die 27. dazukommen. Dort also, wo er in der letzten Saison spielte. Und daran arbeitete, dass er nun mit dieser Vertragsverlängerung bei seinem FCB, dem er seit der U12 angehört, belohnt wurde.


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