Presseschau

Basler Zeitung vom 16.04.2019

Rotblau weltweit

Deutschland

Für Yann Sommer war es kein einfaches Wochenende. Zwar gewann er mit Mönchengladbach nach zuletzt drei Spielen ohne Erfolg, er blieb beim 1:0 gegen Hannover ohne Gegentor und trug ab der fünften Minute die Captain-Binde am Arm. Das jedoch zu einem hohen Preis: Captain Lars Stindl brach sich nämlich das Schienbein. «Das war eine schlimme Situation. Ich habe zum Glück nicht so genau hingeschaut», sagte Sommer, der die Fohlen nun wohl bis zum Saisonende als Captain anführen wird. Urs Fischer dürfte gestern mit Interesse die Partie zwischen dem Hamburger SV und dem FC Köln verfolgt haben. Union Berlin hat inzwischen seit vier Spielen nicht mehr gewonnen und muss hoffen, dass der HSV Punkte liegen lässt, damit die Berliner als Zweiter direkt in die Bundesliga aufsteigen. «Mir gefällt die Situation nicht. Das löst bei mir kein gutes Gefühl aus», erklärte Fischer nach dem 2:2 gegen Jahn Regensburg.

England

Norwich City kommt dem Aufstieg in die Premier League nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit immer näher. Nach dem 1:1 gegen Wigan Athletic steht der Club zurzeit mit vier Punkten Vorsprung auf Leeds United an der Spitze der Championship – dies aber zuletzt ohne die Unterstützung von Timm Klose. Der Verteidiger kam in den vergangenen Wochen zwar immer wieder mal zum Einsatz. Allerdings jeweils nur für ein paar Sekunden in der Nachspielzeit. Gegen Wigan blieb dem 30-Jährigen erneut nur die Ersatzbank. Ebenfalls noch Chancen auf den Aufstieg kann sich Aston Villa ausrechnen. Der Club steht vier Runden vor dem Saisonende auf Rang 5, der für die Playoffs berechtigt. Aber auch dort spielt ein ehemaliger Basler eine bestenfalls untergeordnete Rolle: Birkir Bjarnason hat zuletzt am 1. Januar ein Spiel über 90 Minuten bestritten. Am Wochenende gegen Bristol City spielte er nicht.

Spanien

Nach einer Verletzungspause ist Tomas Vaclik ins Tor des FC Sevilla zurückgekehrt – und er hätte sich dafür kein besseres Spiel aussuchen können. Der Stadtrivale Betis war zu Gast im Ramón-Sánchez-Pizjuán-Stadion. Sevilla gewann das Derby mit 3:2 und der frischgebackene Sportler des Jahres aus Tschechien hatte seinen Anteil daran: Zwar leistete er sich vor der Pause eine grosse Unsicherheit, die nicht zu einem Gegentreffer führte. Aber besonders in der Schlussphase zeigte Vaclik mehrere starke Paraden, die Sevilla zum Sieg verhalfen. Seydou Doumbia hat in der spanischen Liga schon deutlich weniger Glück als sein ehemaliger Mitspieler: Der Stürmer des FC Girona pendelt munter zwischen Rasen, Bank und Clubarzt hin und her. In 14 Einsätzen hat der 31-Jährige in dieser Saison zwei Tore erzielt. Auch beim 0:1 gegen Villarreal wollte Doumbia nach seiner Einwechslung keinTor für den 14. der Tabelle gelingen.

Slowakei

Die slowakische Meisterschaft ist in diesem Jahr ungefähr so spannend wie die Schweizer. Dank einem 3:0 gegen Zilina und 19 Punkten Vorsprung konnte Slovan Bratislava am Wochenende den 25. Titel der Vereinsgeschichte, den ersten seit fünf Jahren, feiern. Stürmer Andraz Sporar blieb zwar ohne Tor, konnte sich aber natürlich trotzdem über den Sieg freuen: Es ist sein erster Titel seit der Saison 15/16 in Ljubljana, bei dem der 25-Jährige mit seinen Toren – 21 in 24 Partien – einen grossen Anteil hat. Zumindest mehr als an den Titeln, die er mit dem FCB gefeiert hat.

Bulgarien

Der FK Dunav konnte in der Relegationsrunde der bulgarischen Liga einen wichtigen Erfolg feiern: Gleich mit 5:3 setzte sich der Verein gegen Slavia Sofia durch und errang nach zuletzt zwei Unentschieden wieder einen Sieg. Anteil hatte auch Samuel Inkoom. Der 29-Jährige hat sich als rechter Aussenverteidiger etabliert, nachdem er im Januar in die bulgarische Stadt Russe im Norden des Landes gewechselt ist.

Ägypten

Unterschiedliche Gefühlslagen bei den ehemaligen Baslern, die ihr Geld in Ägypten verdienen: Christian Gross konnte sich freuen, dass der SC Zamalek die nächste Runde des Confederations Cup erreicht hat. Dem Team reichte ein 1:0 im Hinspiel gegen Hassania d’Agadir aus Marokko, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Mit Al Ahly ist Ahmed Hamoudi hingegen aus der Champions League ausgeschieden. Allerdings sitzt der Flügelspieler dort eh meist auf der Bank. Freuen konnte sich zudem Omar Gaber: Beim 3:2 gegen Ittehad konnte er eine für einen Aussenverteidiger beeindruckende Serie fortsetzen: Dem 27-Jährigen gelang sein vierter Assist im vierten Spiel in Folge.

Tilman Pauls


www.baz.ch

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