Presseschau

Basler Zeitung vom 20.04.2019

Drei Tore auf dem Weg nach Zürich

Mit einem deutlichen 3:0-Erfolg beim FC Sion bringen sich die Basler für den Cup-Halbfinal gegen den FCZ in Stimmung.

Tilman Pauls, Sion

Die traditionelle Auswärtsfahrt ins Wallis geniesst FCB-intern ja nicht unbedingt die höchsten Sympathie-Werte. Lange Reise, unangenehmer Gegner. Wer es sich einrichten kann, der legt sich noch schnell eine Sperre oder eine Muskelverletzung zu. Am Ende dieser Saison dürften die Basler allerdings mit guten Erinnerungen an das Stade de Tourbillon zurückdenken.

Immerhin haben sie dort Ende Februar im Cup-Viertelfinal den emotionalen Höhepunkt einer bislang doch eher emotionslosen Saison erlebt, als man sich erst in die Verlängerung rettete und dort noch zwei weitere Tore erzielte. Gestern gewannen die Basler das zweite Wallis-Spiel in der Liga mit 3:0 und ziehen daraus die Hoffnung, dass im Cup-Halbfinal gegen den FC Zürich am Donnerstag ein ähnliches Ergebnis folgen kann.

Zwei Rückkehrer

Im Hinblick auf die Partie – ganz sicher ein weiterer emotionaler Höhepunkt – konnte es sich der Trainer Marcel Koller sogar erlauben, an seiner Aufstellung zu schrauben: Eder Balanta, Albian Ajeti, Noah Okafor, Edon Zhegrova und Marek Suchy raus, Carlos Zambrano, Eray Cömert, Kevin Bua, Ricky van Wolfswinkel und Aldo Kalulu rein. Für Zambrano und Bua war es ihr Comeback nach langen Verletzungspausen. Aber bei der aktuellen Tabellensituation kann Koller ja sowieso aufstellen, wen er will.

Dem Spielfluss der Basler schadeten die Wechsel jedenfalls nicht, im Gegenteil. Nachdem das Team gegen GC noch reihenweise Chancen ausliess, erzielte der FC Basel drei Treffer: Ricky van Wolfswinkel (32.), Luca Zuffi per Handspenalty (85.) und Anto Grgic mit einem Eigentor (92.) trafen. «Nach der Pause hat Sion mehr Druck entwickelt und wir konnten die Situation erst am Ende, nach dem Platzverweis von Sions Zock, wieder besser lösen», sagte Koller. Allerdings musste der FCB sich auch dieses Mal wieder auf die Qualitäten von Goalie Jonas Omlin verlassen, der mehrere Chancen gut parierte.

Am Ende bleibt den Baslern ein Sieg, der in der Tabelle nicht mehr viel bewegen kann. Dafür aber im Hinblick auf den Klassiker. Schon Minuten nach dem Abpfiffwar das Duell gegen Sion abgehakt und Fans, Spieler sowie Trainer widmeten sich dem Blick nach vorne. «Wenn du in Sion 3:0 mit gewinnst, sagt das etwas aus. Nach zwei Unentschieden war es wichtig, dass wir auf die Siegerstrasse zurückgekehrt sind. Das gibt uns natürlich Selbstvertrauen für das Spiel in Zürich», sagte Koller.

Drei Verletzte?

Allerdings könnten die guten Gefühle des Trainers schnell wieder relativiert werden, wenn Koller sich mit seiner medizinischen Abteilung zusammensetzt. Immerhin musste der FCB in Sion gleich drei Mal verletzungsbedingt wechseln: Bei Eray Cömert war es der Nacken, bei Raoul Petretta die Wade und Aldo Kalulu kassierte einen Schlag. Koller sagte: «Wir müssen schauen, dass wir die Angeschlagenen schnell wieder auf die Bahn bringen.»

Schliesslich weiss nicht nur der Trainer, dass das kommende Spiel ganz erheblichen Einfluss auf das Gesamtbild dieser Saison haben kann. Gegen den FCZ kommt der FCB nach langer Zeit mal wieder in die Situation, in der sich alle Erwartungen und all der Druck auf 90 Minuten komprimiert. Die Vorzeichen nach dem 3:0 in Sion sind gut. Aber ob das allein schon reicht?


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