Presseschau

Basler Zeitung vom 20.04.2019

Schauplatz Tourbillon

Der Peruaner Carlos Zambrano steht überraschend in der Basler Startelf – und versucht ein nächstes Mal, im Wallis einen neuen Anlauf zu nehmen.

Dominic Willimann, Sion

Am Mittwoch hat Marcel Koller Carlos Zambrano zur Seite genommen. Und ihm mitgeteilt, dass er plane, ihn am Karfreitag gegen den FC Sion von Anfang an aufs Feld zu schicken. Carlos Zambrano gegen den FC Sion, das ist eine besondere Geschichte. Im Tourbillon feierte der Defensivspezialist aus Peru seinen Einstand in Rotblau. Das war im Dezember, im letzten Pflichtspiel des Jahres 2018. Das Besondere daranwar auch dass der29-Jährige beim 2:1-Erfolg nur eine mickrige Minute Super-League-Luft schnuppern durfte.

Das Leihgeschäft läuft aus

Aber es war genau diese eine Minute, diese sechzig Sekunden eines Fussballerlebens, die dem Südamerikaner Mut machten fürs 2019. In diesem Jahr wollte er sich am Rheinknie aufdrängen, damit sein Leihgeschäft von Dynamo Kiew über den Sommer hinausgeht. Schliesslich, das betonte der Abwehrspieler mit Bundesliga-Erfahrung, gefalle es ihm in Basel sehr gut. Nur eben: Sportlich hat er, der im August letzten Jahres als Suchy-Ersatz zum FCB transferiert wurde, noch wenige Argumente liefern können, weshalb Basel an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sein sollte.

Das hatte vor allem einen Grund. «Ich hatte schwierige Verletzungen», sagte Zambrano. Muskelverletzungen zwangen ihn in der Hinrunde wie nun auch von Mitte Februar an zu längeren Ausfällen. Deshalb war die Genugtuung riesig nach dem 3:0-Sieg im Tourbillon, bei dem er die ganze Spieldauer über auf dem Rasen gestanden hatte. «Ich war seit drei Wochen wieder fit, nun habe ich meine Chance erhalten», sagte Zambrano.

Zu Beginn der Partie, die er neben Eray Cömert in der Innenverteidigung begann und an der Seite von Marek Suchy beendete, hatte er noch einige Wackler drin. Je länger dieser Vergleich dauerte, desto sicherer wirkte der alt Nationalspieler. Ja, in der Phase, in der der Gastgeber mit Vehemenz das 1:1 suchte, wurden auch Zambranos Qualitäten geprüft. Zu tun hatte in diesen Situation nicht nur Goalie Jonas Omlin. Der Südamerikaner sagte: «Ich habe probiert, alles zu geben.»

Es war also das zweite Mal in dieser Saison, dass Zambrano im Schauplatz Tourbillon im Basler Fokus stand. Schliesslich geht es für den Abwehrspieler auch um seine Zukunft. Noch sei nicht klar, ob er auch künftig das FCB-Wappen auf der Brust trage. «Ich muss nun Spiele machen, um mich zu empfehlen», weiss Zambrano. Ginge es nach ihm, böte am Donnerstag das Cupspiel beim FC Zürich bereits die nächste Gelegenheit dazu.

Ob er dann allerdings wieder das Vertrauen vom Trainerstaff erhält, ist offen. Nebst Raoul Petretta (Wade) und Cömert (Nacken) mussten zwei FCB-Verteidiger in Sion wegen Verletzungen ausgewechselt werden müssen. «Das gehört zum Fussball», meinte Zambrano, angesprochen auf die zahlreichen Verletzungen in der FCB-Abwehr. Die Konkurrenz sei aber gross und deshalb könnten sie in verschiedenen Zusammensetzungen brillieren.

Ohnehin gehe es im nächsten Spiel um viel mehr, als darum, wer mit wem die Abwehrreihe besetzt. «Wir wollen den Pokal», sagt Zambrano. Es wäre für ihn ein Argument mehr, wenn es um seine sportliche Zukunft geht.


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