Presseschau

Basler Zeitung vom 06.05.2019

Verlieren verboten

Mit dem 3:0 über den FC Zürich wahrt der FC Basel die Chance, die Serie von Meister Young Boys zu knacken. Die Berner haben in der Liga in dieser Saison 19-mal in Folge nicht verloren, Rotblau steht aktuell bei 16 Partien ohne Niederlage.

Dominic Willimann

Der FC Basel bastelt in diesen Tagen an einer schönen Serie. Der 3:0-Erfolg über den FC Zürich ist nicht nur das dritte 3:0 in Folge. Es ist auch das 16. Wettbewerbsspiel in der höchsten Schweizer Spielklasse hintereinander, das der FCB nicht verloren hat. Die letzte Niederlage gabs für die Mannschaft von Trainer Marcel Koller am 2. Dezember letzten Jahres. Der Gegner damals: YB, der alte und neue Meister.

Dieser drückte der Liga auch in dieser Saison seinen Stempel auf und marschierte im Eilzugtempo zum Titel durch. Die Zahlen beweisen dies eindrücklich: Die zweite Saisonniederlage kassierte die Mannschaft aus der Hauptstadt am Ostermontag beim 0:1 gegen Xamax. Dazwischen verlor die Equipe von Gerardo Seoane 19-mal nicht. Das ist Liga-Rekord in dieser Saison. Sofern der FC Basel diese Marke nicht noch knackt.

Dafür dürfen die Basler in den verbleibenden vier Liga-Partien nicht verlieren. Und stünden danach bei 20 Super-League-Partien in Folge ohne Niederlage. Ein Wert, der aufzeigen würde, dass die Rückrunde wesentlich erfolgreicher gestaltet werden konnte als Saisonhälfte eins.

Heiss und hungrig
Platz zwei hat der FCB in der Liga auf sicher. Es ist also noch diese Serie, die die Spielzeit versüssen könnte. Und Marcel Koller ist davon überzeugt, dass in den Köpfen seiner Spieler nicht nur der Cupfinal gegen Thun präsent ist. Am Samstag gegen Zürich hat der 58-Jährige beobachtet, «dass die Spieler heiss und hungrig sind». Die geschossenen drei Tore sowie das nächste Mal zunull gespielt zu haben, würden der Mannschaft weiter Selbstvertrauen geben.

Ähnlich klingt es bei Valentin Stocker. Gegen den FCZ lieferte der Flügelspieler eine seiner besten Saisonleistungen ab und war der Aktivposten in Rotblau schlechthin. Nach dem Spiel bemerkte er, dass der FCB zurzeit auch gewinne, wenn es nicht zwingend so läuft, wie vorgenommen. «In der ersten Halbzeit haben wir in der Offensive Mühe gehabt», sagte der Krienser. Nach dem Seitenwechsel jedoch habe das Heimteam im Angriff mehr Schwung gehabt und den FCZ mächtig unter Druck gesetzt. Ebenso wurden dem Gast mit spielerischen Mitteln seine Limiten aufgezeigt. Exemplarisch dafür war der zweite Basler Treffer im St.-Jakob-Park durch Ricky van Wolfswinkel, dem eine sehenswerte Basler Ballstafette vorausgegangen war.

Es ist dies eine Qualität, die man von Rotblau in den ersten zwei Saisonvierteln nur selten gesehen hat. Stocker findet, dass in diesem Prozess auch die älteren Spieler, wie er einer ist, wichtige Arbeit geleistet haben. «Wir haben den Jungen mit auf den Weg gegeben, was sie besser machen können.»

Passen alle Puzzleteilchen zusammen, ist dieser FCB in der Meisterschaft aktuell nur schwer zu bezwingen. Ein echter Prüfstein wartet am Sonntag auf die Basler. Das Gastspiel bei Meister Young Boys ist in Bern von grossem Interesse, die Partie bereits fast ausverkauft. Noch fehlt dem FCB in dieser Spielzeit ein Erfolg gegen die Berner. Gelingt dieser im vierten und letzten Versuch nicht, würde Basel auch mit einem Remis leben können. Dann wäre die Möglichkeit, YB immerhin in einer Statistik zu bezwingen, nach wie vor vorhanden.


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