Presseschau

Basler Zeitung vom 06.05.2019

Ein total untypischer Auftritt der U21 des FC Basel

Der Nachwuchs des FCB unterliegt Sion klar mit 0:3, weil für einmal die sonst so starke Defensive überhaupt nicht funktioniert.

Alan Heckel

Starker Schneeregen, gefolgtvon dichtem Schneefall bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt – es waren ungewöhnliche äussere Bedingungen für einen Samstagnachmittag Anfang Mai. Ein ebenso ungewöhnliches Bild gab die U-21 des FC Basel bei ihrem Auftritt gegen die Altersgenossen des FC Sion ab. Daran, dass sich die Rotblauen in der Rückrunde zumeist stabil und formstark präsentierten, erinnerte nur wenig. «Das war ein total untypischer Auftritt von uns», musste auch Trainer Arjan Peço zugeben.

Schon zu Beginn der Partie lief einiges schief: Konstantinos Dimitriou unterlief ein Fehlpass im Aufbau und die Walliser lancierten den Gegenangriff über die rechte Seite. Die Hereingabe in die Mitte konnte kein Basler befreien, stattdessen hämmerte José Aguilar den Ball aus fünf Metern unter die Latte (2.). Und als das Heimteam nach einer Viertelstunde langsam ins Spiel zu finden schien, trügte die Sicherheit. Denn kaum hatten es die Sittener wieder in die gefährliche Zone geschafft, durften sie erneut jubeln: Adler Da Silva markierte miteinemverdeckten Flachschuss von der Strafraumgrenze das 0:2 (20.).

Zwei Weitschüsse, mehr nicht

Die Defensive, die in diesem Jahr zu einer Stärke der Rotblauen geworden war, überzeugte also nicht. Und vorne, wo in den vergangenen Partien die verbesserungswürdige Chancenauswertung das Problem gewesen war, kam man praktisch zu keinen Möglichkeiten. Zwei Weitschüsse Landrit Ejupis (23. 27.) waren das Beste, was das Heimteam zu bieten hatte. «Im Angriffsdrittel hat uns heute etwas gefehlt», musste dann auch Peço zugeben.

Zwar liess der Trainer nichts unversucht, brachte im Verlauf der zweiten Halbzeit eine zweite Sturmspitze und tauschte beide Flügelspieler aus – doch auch diese Massnahmen verpufften, in Strafraumnähe wurden die Entscheidungen der FCB-Junioren nicht besser. Und weil die Walliser bei ihrem einzigen Besuch im gegnerischen Sechzehner nach der Pause durch Jared Khasa das 0:3 erzielten, war die höchste Basler Niederlage in diesem Jahr perfekt.

Abschied von der kalten Zone
«Dennoch spielen wir eine gute Rückrunde», hielt Arjan Peço fest. Nach einem schwierigen ersten halben Jahr, in dem sich die jungen Spieler an die Gegebenheiten im Erwachsenenfussball vertraut machen mussten («dazu ist die Promotion League ideal»), haben sie einen Reifeprozess hinter sich, der aber noch nicht abgeschlossen ist. Als Beispiel für die Fortschritte im mentalen Bereich nannte er die Tatsache, dass sich das Team zu Beginn des Kalenderjahres von der Nähe zu den Abstiegsplätzen nervös machen liess und sich schnell aus der «kalten Zone» (Peço) verabschiedete.

Eine Platzierung wie letzte Saison (Rang 4) ist zwar nicht mehr realistisch, doch Priorität hat ohnehin die Weiterentwicklung der Talente. «Wir arbeiten unter der Woche täglich daran, näher an das Niveau zu führen, auf das sie alle wollen», sagte der Trainer und meinte damit den Profifussball. Wem er die grössten Chancen einräumt, der nächste Noah Okaforzuwerden, verriet er verständlicherweise nicht, «die Beurteilung findet laufend statt».


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