Presseschau

Basler Zeitung vom 13.05.2019

Dumme Tat und glimpfliche Strafe

Der Aufreger

Ob der FC Basel seine Ungeschlagenheit gewahrt hätte, wenn Carlos Zambrano in der 72. Minute nicht zugeschlagen hätte? Man weiss es nicht. So, wie die Partie beim BSC Young Boys bis dahin gelaufen ist, lässt sich nur sagen: Es wäre keine Überraschung gewesen, hätten die Gastgeber auch bei numerischem Gleichstand noch zum Sieg getroffen.

Was man jedoch sagen darf: Carlos Zambranos Ellbogenschlag in die Brust-Hals-Region von Thorsten Schickwar eine gröbere Dummheit. Nicht nur, weil der Peruaner ohnehin vor dem Gegner am Ball war und diesen dann auf völlig übermotivierte Weise abzuschirmen versuchte. Sondern auch, weil Zambrano damit riskierte, in einer für den Ausgang der Meisterschaft unbedeutenden Ligapartie jenes Spiel zu verpassen, das für den FC Basel seit einigen Wochen bereits über allem anderen steht: den Cupfinal, der am kommenden Sonntag abermals im Berner Stade de Suisse stattfindet.

Hätte Schiedsrichter Schnyder Zambranos Aktion nach Konsultation des Linienrichters als Tätlichkeit taxiert – was er ohne besondere Strenge hätte tun können –, dann wäre der Basler Innenverteidiger für mindestens zwei Partien gesperrt worden. Und zwar wettbewerbsübergreifend, so wie das die Reglemente bei einem direkten Platzverweis vorsehen.

Nun dürfte Zambrano nur das Super-League-Heimspiel am Mittwoch gegen Luzern verpassen. Jedenfalls dann, wenn er sich rund um seinen Platzverweis so verhielt, dass er nicht zusätzlich bestraft werden muss. Denn der Tatsachenentscheid des Schiedsrichters wird nicht umgestossen. (olg)


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