Presseschau

Basler Zeitung vom 16.05.2019

Wach- und Schlafphasen

Rot-Blau gewinnt gegen Luzern seinzweitletztes Heimspiel der Saison 3:2.

Oliver Gut

Manchmal ist man wach. Und manchmal schläft man. So ist das im Leben. Und so ist das an diesem Abend auch in den 90 Minuten Super-League-Fussball im St.-Jakob-Park, an deren Ende der FC Basel gegen den FC Luzern sein zweitletztes Heimspiel der Saison mit 3:2 gewinnt. Lange präsentiert er sich dabei ordentlich munter, während der Gegner unerklärlich schläfrig agiert. Doch weil die Basler dann doch noch kurz selbst die Augen schliessen, entsteht ein Resultat, das knapp daherkommt.

Dass es für die Gastgeber in dieser Partie in Bezug auf die Meisterschaft um nichts mehr geht, sieht man schon vor dem Anpfiff. Denn dafür genügt ein Blick aufs Matchblatt: Trainer Marcel Koller hat seine Startelf im Vergleich zum YB-Spiel vom vergangenen Wochenende und im Vorfeld des Cupfinals vom Sonntag so stark verändert, wie das zu erwarten gewesen war: Marek Suchy und Silvan Widmer sind die einzigen Spieler, die abermals von Beginn an auf dem Rasen stehen. Selbst Torhüter Jonas Omlin erhält eine Pause.

Dass es für den FC Luzern in dieser Partie in Bezug auf die Meisterschaft noch um sehr viel geht, ist während der ersten Halbzeit kaum je ersichtlich. Da ist im Basler Strafraum einmal Aufregung, weil die Abwehrreihe schläft – und einmal, weil FCB-Ersatzgoalie Martin Hansen beim Klärungsversuch in Eray Cömert prallt, sodass dieser zunächst benommen liegen bleibt.

Da geht auf der Gegenseite mehr – auch wenn zunächst über Standards: In der 18. Minute trifft Zdravko Kuzmanovic vom Elfmeterpunkt aus zum 1:0, in der 37. Minute erhöht Eder Balanta nach einem Basler Freistoss auf 2:0. Und schliesslich lassen Balanta und Albian Ajeti noch vor der Pause die ersten beiden guten Basler Gelegenheiten aus dem Spiel heraus ungenutzt.

Diesen Umstand korrigiert der Stürmer nach Wiederbeginn umgehend: Flanke Samuele Campo, Hechtkopfball Ajeti, 3:0 – und die Begegnung ist in der 47. Minute gelaufen. Meint man zumindest für ein paar Augenblicke. Und zwar so lange, bis die Rotblauen ein Nickerchen einlegen, was Demhasaj in der 51. und der 54. Minute zu zwei Treffern nützt, welche die Luzerner theoretisch in die Partie zurückbringen.

In der Praxis jedoch ist davon bis zum Schlusspfiff und mit Ausnahme einer formidablen Schürpf-Chance (78.) nicht viel zu sehen. Dem FCB genügt eine leichte Erhöhung der Konzentration, um die Kontrolle wiederzu erlangen. Man ist dem vierten Treffer so noch ein-, zweimal nahe, ohne diesen zu erzielen. Der Rest ist aus Basler Sicht ein Sieg in einem Testspiel unter Wettkampfbedingungen.

Unter ganz anderen Voraussetzungen wird der FC Basel zu seinem nächsten Pflichtspiel antreten: Am Sonntag im Berner Stade de Suisse, im Cupfinal gegen Thun, geht es darum, einer missratenen Saison eine versöhnliche Schlussnote hinzuzufügen. Und der FC Luzern? Der profitiert an diesem Mittwoch von der Konkurrenz, die für ihn spielt: Er hat nun – drei Forfait-Punkte gegen GC eingerechnet – den Klassenerhalt geschafft und kann zwei Runden vor Schluss noch immer auf die direkte Qualifikation zur Europa League hoffen. Das sagt viel über die Qualität der Super League aus.


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