Presseschau

Basler Zeitung vom 21.06.2019

Der Fisch stinkt am Kopf II

Am 11. September 2018 habe ich in meiner Kolumne mit demselben Titel schon einmal den FCB erwähnt, der uns ja allen direkt oder indirekt am Herzen liegt. Damals wurde ich kritisiert und belächelt, und man hat mir unterstellt, dass ich nur den Präsidenten-Job wolle. Tatsache ist, dass ich freiwillig darauf verzichtet habe.

Ich hätte mir in meinen schlimmsten Träumen nicht ausgemalt, dass jetzt, zehn Monate später, der FCB an einem weiteren Tiefpunkt angelangt ist. Was sich jedoch seitdem verschlimmert hat, ist der Geruch: Der Fisch stinkt nun noch mehr am Kopf! Die Chronologie der Missgeschicke und des schlechten Managements haben die Tageszeitungen schon zur Genüge publiziert. Wo immer man hinhört, ist man nur traurig und bestürzt, was aus diesem Club innert zwei Jahren geworden ist.

Aus den Fehlern nicht gelernt
Es ist nicht nur Strellers Fehler, obwohl er ziemlich unstrukturiert gewirkt hat, sondern der der gesamten Führungscrew. Was erstaunt: Es wird aus Fehlern nicht gelernt (siehe Kommunikationsstrategie), der Präsident bestimmt, und die anderen müssen spuren, sonst werden sie ausgewechselt (letztes Opfer: Pippi).

Koller wurde als Trainer behalten, das hätte ja auch zwei Millionen Franken gekostet– das passt nicht ins Sparprogramm! Der grosse Unternehmer Burgener ist vielleicht gar nicht so erfolgreich, wie immer portiert wird. Anders ist das Desaster beim erfolgreichsten Schweizer Club der letzten zehn Jahre nicht zu erklären. Burgeners Vorgänger können über die Inkompetenz nur staunen!

Einen neuen Käufer finden

Jetzt aber konstruktiv: Der Club ist nur noch halb so viel wert wie vor zwei Jahren. Ist Burgener ein solcher Masochist, sich dies noch länger anzutun und noch mehr Unmut auf sich zu vereinen? Er sollte mittelfristig einen neuen Käufer finden. Dieser kann durchaus aus dem Ausland kommen, solange er einen fähigen Vertreter aus der Region als Präsidenten ernennt. Viele grosse Clubs im Ausland leben sehr gut mit diesem Modell.

Wenn das gelingt, sollte Tabula rasa gemacht und ein von den Mitgliedern verabschiedetes Restrukturierungsprogramm eingeleitet werden. Das könnte einige Jahre dauern, und in diesen Jahren müssen wir halt wohl oder übel ohne Titel auskommen. Doch wenn ich mir das recht überlege, könnte bei der derzeitigen Qualität der Super League mit etwas Glück durchaus ein Titel drin liegen.

Hopp FCB!

Eric Sarasin Finanzberater und Unternehmer


www.baz.ch

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