Presseschau

Basler Zeitung vom 10.07.2019

Der vierte Testspiel-Sieg und eine kleine Zahlenspielerei

Ob 4-2-3-1 oder 4-1-4-1, die Basler zeigen auch beim Test gegen Lausanne, dass sie künftig variabler auftreten wollen.

Zum Schluss, als die Spieler des FC Basel den Platz verliessen, war fast alles wie am letzten Spieltag der Vorsaison: Valentin Stocker trottete vom Rasen, der einzige Unterschied war die Captain-Binde, die er inzwischen in offizieller Funktion am Arm trägt. In seiner Nähe standen Luca Zuffi und Taulant Xhaka, Ricky van Wolfswinkelwar auch irgendwo zu sehen, dazu Samuele Campo, Kevin Bua und Edon Zhegrova. Der einzige Spieler, der den FCB in diesem Moment von dem FCB aus der Vorsaison unterschied, war Kemal Ademi, der mit seinen 1,96 Metern Körpergrösse ja auch nur schwer zu übersehen ist.

Nein, das Basler Kader ist in diesem Sommer nicht so grundlegend durchgeschüttelt worden, wie das in den letzten Jahren oft der Fall war. Mit Ademi und Innenverteidiger Omar Alderete gibt es bislang nur zwei neue Gesichter, die sich die Basler Fans in der Vorbereitung einprägen müssen. Allerdings dürfte der FCB im Vergleich zum Vorjahr in seinem Auftreten verändert daherkommen: Auch beim 4:1 im Testspiel gegen Lausanne traten die Basler deutlich variabler auf, als man das aus der letzten Saison in Erinnerung hat.

Der Situation angepasst

Vor der Pause spielte Eder Balanta so häufig und auffällig im defensiven Mittelfeld als Absicherung vor der Abwehr, dass die unter Marcel Koller etablierte 4-2-3-1-Grundordnung eher ein 4-1-4-1 war. Koller erklärte nach dem Spiel zwar, dass die Grundordnung weiterhin ein 4-2-3-1 sei, «das wir gegen tiefstehende Gegner der Situation entsprechend anpassen müssen». Aber im Trainingslager am Tegernsee sprachen die Spieler selbst davon, dass sie in den Einheiten ein 4-1-4-1 einstudiert hätten.

Bei dieser Ausrichtung haben die Basler gegen defensiv eingestellte Gegner die Chance, dass sie den Gegner früher und mit mehreren Spielern attackieren können, was auch beim Test gegen Lausanne zu beobachten war. Die Basler setzten den Gegner beim Spielaufbau teilweise extrem früh unter Druck und wollten so den Ballgewinn erzwingen. Zudem agierten in dieser Ausrichtung Albian Ajeti und Afimico Pululu oftmals im Sturmzentrum nebeneinander.

Nach der Halbzeit erinnerte die Basler Aufstellung dann aber schon wieder deutlich mehr an das vergangene Fussball-Jahr, zumindest was die Raumaufteilung angeht: Luca Zuffi und Samuele Campo spielten auf gleicher Höhe vor der Viererkette, Ricky van Wolfswinkel besetzte die Position hinter Kemal Ademi. Eine Variante also, die man unter Koller sicher auch weiterhin sehen wird. Aber die Eindrücke der ersten vier Testspiele lassen darauf schliessen, dass der FCB künftig häufiger zwischen den Systemen wechseln will.

Und bislang zahlt sich der Versuch ja auch aus. Immerhin war das 4:1 gegen Lausanne der vierte Sieg im vierten Testspiel.

Tilman Pauls, Herzogenbuchsee


www.baz.ch

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