Presseschau

Basler Zeitung vom 22.05.2020

Der FC Basel sagt «Ja» zur Fortsetzung der Liga

Nächsten Mittwoch entscheidet der Bundesrat darüber, ob der Spielbetrieb in der Super League und der Challenge League unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt werden kann. Zwei Tage später stimmen die Vertreter aller Vereine aus den obersten Ligen darüber ab, ob sie das wollen.

Geisterspiele sind ein Minusgeschäft, der FCB zum Beispiel rechnet mit 300’000 Franken Verlust pro Heimspiel. Und trotzdem wird der Club bei der ausserordentlichen Generalversammlung der SFL für eine Fortführung der Liga stimmen. «Wir wollen ganz klar weiterspielen», bestätigt Sportchef Ruedi Zbinden.

Grund für diese Entscheidung sei auch gewesen, dass der Bundesrat den Proficlubs im Fussball und Eishockey ein Rettungspaket von insgesamt 350 Millionen Franken bereitstelle. «Falls ein Verein in finanzielle Schwierigkeiten kommt, kann er schnell Geld beantragen und so überleben», sagt Zbinden.

Viele Vereine sind von dem Hilfspaket nicht überzeugt. Das rückzahlungspflichtige Darlehen ist an Bedingungen geknüpft: Wer Hilfe in Anspruch nimmt, muss Teile seiner Marketing- und TV-Erträge und der Transfererlöse für die Rückzahlung nutzen. Zudem müssen die Löhne in den nächsten drei Jahren um 20 Prozent reduziert werden.

Der FCB ist aber nicht nur ein Befürworter des Angebots. Bernhard Burgener ist laut einem Bericht der WOZ sogar die «treibende Kraft für den Grundentwurf des Rettungsschirms». Der Präsident habe sich dabei an persönlichen Erfahrungen aus der Bankenkrise orientiert. Warum die Basler mehr als andere Vereine von dem Paket profitieren, liegt auf der Hand. Angesichts der heiklen finanziellen Situation kann der Club schnell Hilfe in Anspruch nehmen. Und während kleinere Vereine bei einer Lohnreduktion von 20 Prozent ihre Spieler an den Rand des Existenzminimums treiben, muss der FCB ohnehin in diesem Rahmen sparen.


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